Offener Brief für Frieden im Nahen Osten
von der Presbyterianischen Kirche von Aleppo
Offener Brief für Frieden im Nahen Osten von der Presbyterianischen Kirche von Aleppo
Gnade und Friede sei mit euch, liebe Schwestern und Brüder in Christus, in unserer Region und in der ganzen Welt!
Aus der alten Stadt Aleppo – deren Steine selbst die Erinnerung an Leid und Widerstandskraft bewahren – erheben wir unsere Stimme, nicht im Zorn, nicht in Anklage, sondern in Hoffnung.
Unser Land kennt großen Schmerz. Zu viele Familien trauern. Zu viele Kinder wachsen auf mit den Stimmen der Angst anstatt mit den Klängen des Lachens. Und doch ist selbst im Schatten solcher Not das Licht Christi nicht erloschen.
Unser Herr Jesus Christus sagt:
„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)
Frieden ist keine Schwäche. Frieden ist Mut. Frieden ist das heilige Werk derer, die sich weigern, die Zukunft von Hass bestimmen zu lassen. In der Nachfolge Christi dürfen wir uns nicht der Verbitterung hingeben. Wir sind berufen, Brücken zu bauen, wo andere Mauern errichten.
Jesus lehrt uns auch:
„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Matthäus 5,44)
Diese Worte sind nicht leicht. Sie fordern unsere verwundeten Herzen und unseren Glauben heraus. Doch sie erinnern uns daran, dass Gewalt keine Gewalt heilen kann. Nur die Liebe hat die Kraft, den endlosen Kreislauf der Rache zu durchbrechen. Nur Vergebung kann ein neues Kapitel der Geschichte aufschlagen.
An alle politischen Führer, bewaffneten Gruppen und Nationen, die in die Konflikte unserer Region verwickelt sind:
Wir bitten euch eindringlich, euch an die Heiligkeit jedes menschlichen Lebens zu erinnern. Jeder Mensch – ob Christ, Muslim, Jude, Druse, Jeside oder jemand anderen Glaubens oder ohne Glauben – ist als Ebenbild Gottes geschaffen. Das Blut unserer Kinder ist kein Verhandlungsinstrument. Das Leid der Zivilbevölkerung darf nicht zur Strategie werden.
Unser Herr sagt auch:
„Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.“ (Matthäus 26,52)
Waffen mögen Sicherheit versprechen, aber sie schaffen kein Vertrauen. Durch Angst erzwungene Macht kann keinen dauerhaften Frieden bringen. Wahre Sicherheit entsteht aus Gerechtigkeit, Würde und gegenseitiger Anerkennung.
Aus Aleppo – als Pastor der Presbyterianischen Kirche in einer verwundeten und doch standhaften Stadt – bekräftige ich, dass Versöhnung möglich ist. Wir haben erlebt, wie Nachbarn einander über religiöse und ethnische Grenzen hinweg geschützt haben. Wir haben in den dunkelsten Stunden Güte aufleuchten sehen.
Das ist der Nahe Osten, an den wir glauben: nicht ein Land endloser Konflikte, sondern eine Wiege des Glaubens, der Kultur und menschlicher Widerstandskraft.
Jesus sagt uns:
„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ (Johannes 14,27)
Der Friede Christi ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg. Er ist die Gegenwart von Gerechtigkeit, die Wiederherstellung von Beziehungen und der Mut, im Angesicht des Anderen das Antlitz Gottes zu erkennen.
Deshalb rufen wir unsere Gemeinden und alle Menschen guten Willens auf:
Betet für den Frieden und lasst nicht nach! Schützt die Verletzlichen! Verweigert Euch jeder Sprache, die Hass schürt! Sucht Dialog statt Spaltung! Und lehrt unsere Kinder Hoffnung statt Feindseligkeit!
Mögen unsere Kirchen Orte der Versöhnung sein.
Mögen unsere Moscheen von Gebeten um Barmherzigkeit widerhallen.
Mögen unsere Führer Weisheit wählen statt Stolz.
Und möge der Gott des Friedens, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, unsere Region aus der Verzweiflung zum Neuaufbau führen.
„Selig sind, die Frieden stiften.“
Mit Glauben, Hoffnung und beständiger Liebe,
im Dienst Christi,
Die Presbyterianische Kirche von Aleppo
Rev. Ibrahim Nsier
An Open Massage For Peace In Middle East From The Presbyterian church of Aleppo
Beloved sisters and brothers in Christ in our region and throughout the world,
Grace and peace to you.
From the ancient city of Aleppo — where the stones themselves carry the memory of suffering and endurance — we raise our voice not in anger, not in accusation, but in hope. Our land has known too much grief. Too many families mourn. Too many children grow up with the sound of fear instead of the sound of laughter. Yet even in the shadow of hardship, the light of Christ has not been extinguished.
Our Lord Jesus Christ said:
“Blessed are the peacemakers, for they shall be called children of God.” (Matthew 5:9)
Peace is not weakness. Peace is courage. Peace is the holy work of those who refuse to let hatred define the future. As followers of Christ, we are not permitted to surrender to bitterness. We are called to build bridges where others build walls.
Jesus also teaches us:
“Love your enemies and pray for those who persecute you.” (Matthew 5:44)
These words are not easy. They challenge our wounded hearts. But they remind us that violence cannot heal violence. Only love has the power to break the endless cycle of revenge. Only forgiveness can open a new chapter in history.
To all political leaders, armed groups, and nations involved in the conflicts of our region: we urge you to remember the sacredness of every human life. Every person — Christian, Muslim, Jewish, Druze, Yazidi, or of any faith or none — is created in the image of God. The blood of our children is not a tool for negotiation. The suffering of civilians is not a strategy.
Our Lord said:
“Put your sword back in its place, for all who take the sword will perish by the sword.” (Matthew 26:52)
Weapons promise security, but they cannot create trust. Power enforced by fear cannot build lasting peace. True security is born from justice, dignity, and mutual recognition.
From Aleppo - as the pastor of the Presbyterian church, a city wounded yet standing, we affirm that reconciliation is possible. We have seen neighbors protect one another across religious and ethnic lines. We have witnessed kindness in the darkest hours. This is the Middle East we believe in—not a land of endless conflict, but a cradle of faith, culture, and human resilience.
Jesus tells us:
“Peace I leave with you; my peace I give to you. I do not give to you as the world gives.” (John 14:27)
The peace of Christ is not merely the absence of war. It is the presence of justice. It is the restoration of relationships. It is the courage to see the image of God in the face of the other.
We call upon our congregations and all people of goodwill:
Pray for peace without ceasing. Protect the vulnerable. Refuse speech that incites hatred. Seek dialogue before division. Teach our children hope, not hostility.
May our churches be sanctuaries of reconciliation.
May our mosques echo with prayers for mercy.
May our leaders choose wisdom over pride.
And may the God of peace, who raised Jesus Christ from the dead, guide our region from despair to restoration.
“Blessed are the peacemakers.”
With faith, hope, and steadfast love,
In Christ’s service,
The Presbyterian Church of Aleppo
Rev. Ibrahim Nsier