Suizidprävention: Hilfe finden und Leben schützen

Wer in einer akuten Krise ist, wer in Gedanken an Selbsttötung steckt, braucht schnelle, erreichbare Hilfe, offene Gespräche und verlässliche Begleitung. Die evangelische Kirche in Deutschland und die Diakonie setzen sich für Suizidprävention ein, damit Menschen in Krisen nicht allein bleiben. Hier finden Sie Hilfs- und Seelsorgeangebote sowie Informationen zum Welttag der Suizidprävention sowie zur Position der EKD.

Wenn Sie selbst Suizidgedanken haben oder sich um einen Menschen sorgen

Die TelefonSeelsorge ist anonym, kostenfrei und rund um die Uhr unter diesen drei Rufnummern erreichbar:

0800 1110111
0800 1110222
116 123

Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie an: 112.

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr kostenlos anrufen unter:  116 111

Der KrisenKompass der TelefonSeelsorge ist eine kostenfreie, vertrauliche App mit praktischen Hilfen für akute Krisen und direkten Kontakten zu professionellen Anlaufstellen. Einfach den QR-Code downloaden.

 

Was bedeutet Suizidprävention?

Suizidprävention umfasst Maßnahmen, die suizidale Krisen möglichst früh erkennen, Menschen Unterstützung eröffnen und Suizide verhindern sollen. Dazu gehören leicht erreichbare Beratungs- und Krisenangebote ebenso wie medizinische und therapeutische Versorgung, soziale Unterstützung und Seelsorge. Wichtig ist auch, offen und ohne Stigmatisierung über Suizidgedanken sprechen zu können.

Suizidprävention bedeutet deshalb auch, Warnsignale ernst zu nehmen und Betroffenen frühzeitig Wege zu professioneller Hilfe aufzuzeigen. Zugleich braucht es gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Unterstützung dauerhaft sichern und dafür sorgen, dass Hilfsangebote verlässlich erreichbar sind. Kirche und Diakonie öffnen dazu Räume für Gespräch, Begleitung und Seelsorge.

Hier finden Sie Hilfe:

TelefonSeelsorge – akut und rund um die Uhr

Telefon, Chat und E-Mail; anonym und kostenfrei. Sie ist ein gemeinsames Angebot der christlichen Kirchen.

Zur TelefonSeelsorge

 

Krisenkompass-App der TelefonSeelsorge

Der KrisenKompass der TelefonSeelsorge ist eine kostenfreie, vertrauliche App, die Menschen in akuten Krisen, Angehörige und Hinterbliebene mit persönlichen Notfallhilfen, Atemübungen, Stimmungsbeobachtung und direkten Kontakten zu professionellen Anlaufstellen unterstützt. Er funktioniert wie ein persönlicher „Notfallkoffer“, in dem stärkende Gedanken, Erinnerungen, Fotos oder Musik für schwierige Momente gesammelt werden können.

Zur Krisenkompass-App

 

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche

Die Nummer gegen Kummer bietet Kindern und Jugendlichen unter 116 111 kostenlose und anonyme Beratung bei Sorgen, Problemen und Krisen.

Hier anrufen: 116 111

Dachverband des Angebots ist Nummer gegen Kummer e. V. mit Sitz in Wuppertal. Der Verein ist aus dem Deutschen Kinderschutzbund hervorgegangen und dort bis heute Mitglied. Er arbeitet bundesweit mit örtlichen Trägervereinen zusammen, überwiegend mit Verbänden des Kinderschutzbundes und anderen Wohlfahrtsverbänden.

 

Online-, Chat- und E-Mail-Seelsorge der evangelischen Kirche

Die EKD bündelt hier verschiedene digitale und teilweise barrierefreie Seelsorgeangebote.

Online-Seelsorge

 

Chat-Beratung für junge Leute von 14–27 Jahren

Internet: www.schreibenstattschweigen.de

Erreichbar montags bis donnerstags, 17–20 Uhr.

Ein Angebot der Jungen Nordkirche

 

Diakonie: Hilfe bei Suizidgedanken und Krisen

Die Diakonie hat inzwischen eine eigene, sehr konkrete Hilfeseite mit ersten Schritten und weiteren Beratungsangeboten.

Hilfe und Beratung bei der Diakonie

Seelsorge in der evangelischen Kirche

Als weiterführender Weg für Menschen, die seelsorgliche Begleitung suchen. 

Seelsorgeangebote der EKD

Suizidprävention stärken: Die Position der EKD

Die EKD begrüßt den Referentenentwurf für ein Suizidpräventionsgesetz. Menschen mit Suizidgedanken stehen oft unter hohem Leidensdruck und brauchen niedrigschwellig und ortsnah erreichbare Hilfen, die Alternativen aufzeigen und Begleitung sicherstellen – besonders bei schwerer Krankheit oder Pflegebedürftigkeit. Suizidprävention und eine Regelung der Suizidassistenz müssen zusammen gedacht werden. Strukturen wie die TelefonSeelsorge sowie die Pflegedienste und -einrichtungen brauchen eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung für Beratung und Begleitung.

Damit Suizidprävention wirksam sein kann, müssen Beratung, medizinische Versorgung, Pflege und Seelsorge gut ineinandergreifen. Entscheidend ist, dass Menschen in Krisen frühzeitig Unterstützung finden und Hilfen nicht an Zuständigkeitsgrenzen, fehlender Finanzierung oder langen Wegen scheitern. EKD und Diakonie setzen sich deshalb für verlässliche Strukturen ein, die Schutz und Begleitung gleichermaßen im Blick behalten.

Welttag der Suizidprävention

Am 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Der internationale Aktionstag macht darauf aufmerksam, dass Suizide verhindert werden können und dass Menschen in Krisen erreichbare Unterstützung brauchen. Das internationale Motto 2024 bis 2026 lautet „Changing the Narrative on Suicide“ – es lädt dazu ein, Schweigen und Stigmatisierung zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen.