#WirschickeneinSchiff: „Ein Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit“

Spendenkampagne für kirchliches Seenotrettungsschiff gestartet

Postkartenmotiv 'United 4 Rescue': Gerettete Flüchtlinge auf einem Schiff im Mittelmeer und Zitat 'Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.'

Während der Predigt im Abschlussgottesdienst zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund sagte Pastorin Sandra Bils: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

Hamburg (epd/ekd). Mit Beteiligung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat das Bündnis „United 4 Rescue“ die Spendensammlung für ein weiteres Seenotrettungsschiff gestartet, das Flüchtlinge im Mittelmeer aufnehmen soll. Es sei „ein Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bei der Pressekonferenz zum Start der Spendenkampagne in Hamburg. Die Kirche dürfe nicht nur reden, sondern müsse auch handeln. Unter dem Hashtag #WirschickeneinSchiff werden auch online Spenden gesammelt.

Als mögliches Seenotrettungsschiff komme das Kieler Forschungsschiff „Poseidon“ infrage, sagte Michael Schwickart von „Sea-Watch“. Das Schiff des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Geomar werde in einem Bieterverfahren am 30. Januar verkauft. Ob das Bündnis den Zuschlag erhalte, sei aber noch ungewiss. Schwickart rechnet mit Kosten in Höhe von rund einer Million Euro. Ostern 2020 könnte das Schiff in den Einsatz starten. 

Eigner des Schiffes soll die Seenotrettungsorganisation „Sea-Watch“ werden, kündigte Bedford-Strohm an. Das Schiff soll nicht aus Kirchensteuern finanziert werden, sondern allein über Spenden. Das Engagement für Flüchtlinge sei ein zusätzlicher Einsatz, der nicht auf Kosten der Entwicklungshilfe gehen dürfe, sagte der bayerische Landesbischof.

Die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt das geplante Rettungsschiff mit 100.000 Euro. Die rheinische Kirchenleitung habe sich dem Bündnis angeschlossen, teilte Präses Manfred Rekowski mit, der auch Vorsitzender der EKD-Kammer für Migration und Integration ist. Die oldenburgische Kirche gab bekannt, dem Aktionsbündnis beizutreten. Bereits vor zwei Wochen hatte der Oberkirchenrat beschlossen, 20.000 Euro für den Kauf des Rettungsschiffs zu spenden. 15.000 Euro kommen außerdem von der Evangelisch-reformierten Kirche. Sie hatte bereits im August als erste evangelische Landeskirche der Initiative für die Seenotrettung Unterstützung zugesagt. Kirchenpräsident Martin Heimbucher begrüßt die Initiative für ein neues Seenotrettungsschiff im Mittelmeer. Die Evangelisch-reformierte Kirche ist dem Bündnis in der vergangenen Woche beigetreten.

United 4 Rescue - Gemeinsam Retten!“ ist ein Bündnis von rund 40 Partnern aus Kirchen, Kommunen, Vereinen und Initiativen. Es kritisiert die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren. Der Trägerverein wurde Mitte November gegründet. Das Projekt ist nach Angaben des Vereins auf mindestens drei Jahre angelegt.

Für den Bürgermeister von Palermo (Sizilien), Leoluca Orlando, ist das Schiff eine deutliche Botschaft an die Europäische Union. Man müsse Sorge um die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer haben und nicht Angst vor ihnen. Während der Pressekonferenz in Hamburg wurde ein Livestream zum Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“ (Hamburg) auf dem Mittelmeer geschaltet. Das Schiff kann weder in Italien noch auf Malta anlanden. 61 Flüchtlinge befinden sich nach Angaben einer Sprecherin an Bord, darunter 21 Minderjährige. Der gesundheitliche Zustand der Flüchtlinge sei schlecht. Auch an Bord des Rettungsschiffs „Ocean Viking“, das von SOS Méditerrannée und „Ärzte ohne Grenzen“ betrieben wird, harren 60 Flüchtlinge aus.


Bereits im September wurde bekanntgegeben, dass die EKD zusammen mit einem Verein die Initiative „Sea-Watch“ beauftragen möchte, ein Schiff ins Mittelmeer zu schicken. Der Beschluss geht auf eine Initiative des Deutschen Evangelischen Kirchentags im Juni zurück.

Poster von 'United4Rescue — Gemeinsam Retten!': 'Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.'

Bündnis „United4Rescue — Gemeinsam Retten!”

Spendenkampagne #WirschickeneinSchiff

Ab sofort können Spenden an den gemeinnützigen Verein „Gemeinsam Retten e.V.“ gegeben werden:

Spendenkonto bei der KD Bank Duisburg:
IBAN: DE93 1006 1006 1111 1111 93
BIC: GENODED1KDB