Evangelische Kirche startet Video-Kampagne zur Fußball-WM in Katar

Der Sportbeauftragte der EKD, Thorsten Latzel, appelliert, ethische Fragen rund um die Weltmeisterschaft in Katar ernstzunehmen.

Thorsten Latzel

Thorsten Latzel, rheinischer Präses und Sportbeauftragter der EKD

Düsseldorf, Hannover (epd). Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thorsten Latzel, hat an Fußball-Fans appelliert, ethische Fragen rund um die Weltmeisterschaft in Katar ernstzunehmen. Darauf ziele eine neue Video-Kampagne ab, die die EKD in der kommenden Woche auf ihren Social-Media-Kanälen starten werde, teilte Latzel in einem am Mittwoch veröffentlichten Video-Statement mit.

EKD-Sportbeauftragter Latzel kritisiert "Sportswashing"

Die #WM in #Katar steht kurz bevor. Und das ausgerechnet in der Advents- und Hanukka-Zeit. Aber nicht nur deshalb bietet dieses Fußballgroßereignis Grund zur Diskussion. Diverse Menschenrechtsorganisationen blicken mit Sorge auf die bedenkliche Situation im Land. Der Vorwurf des Sportwashing wird lauter und lauter. Der EKD-Sportbeauftragte, Präses Thorsten Latzel von der EKIR, startet diese Diskussionsreihe zur Fußball-WM in Katar.

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Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland forderte auch zum gemeinsamen Einsatz für sportliche Großveranstaltungen auf, in denen der Sport im Zentrum stehe. Am Sonntag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer im arabischen Emirat Katar. Wegen des Verdachts auf Korruption bei der Vergabe und Menschenrechtsverletzungen beim Bau der WM-Stadien stehen die Fifa und das WM-Land Katar in der Kritik.

Auf der einen Seite, beanspruche die Fifa, die Welt zusammenzubringen, sagte Latzel. „Und auf der anderen Seite erleben wir in vielen Ländern, dass hier Arbeiterrechte, die Rechte von Frauen, von sexuellen Minderheiten, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, nicht wirklich umgesetzt werden“, sagte der EKD-Sportbeauftragte.

Spätestens seit den Olympischen Spielen 1936 im nationalsozialistischen Deutschland wisse man, was „Sportswashing“ bedeute. Es sei der Versuch eines Landes, „sich mit einer sportlichen Großveranstaltung nach außen gut darzustellen und so über die ethischen Probleme im eigenen Land hinwegzutäuschen“, erklärte Latzel.

EKD-Sportbeauftragter Latzel kritisiert „Sportswashing“