Rassismus und Kirche
Würdevoller Umgang mit allen Menschen
Aus christlicher Sicht besitzt jeder Mensch die gleiche, unantastbare Würde. Wenn Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe abgewertet oder benachteiligt werden, widerspricht dies dem christlichen Menschenbild. Deswegen tritt die evangelische Kirche Rassismus und Diskriminierung entgegen – in der Gesellschaft und in den eigenen Reihen.
Denn auch Kirche ist kein rassismusfreier Raum. Rassistische Denkmuster, Strukturen und Traditionen müssen erkannt, kritisch aufgearbeitet und verändert werden. Auf dieser Seite finden Sie die Haltung der EKD, Erfahrungen von Menschen, die in der Kirche mit Rassismus konfrontiert wurden, sowie Projekte, Materialien und Impulse für eine rassismuskritische kirchliche Praxis.
Warum Rassismus dem christlichen Menschenbild widerspricht
Rassismus widerspricht der christlichen Überzeugung von der gleichen Würde aller Menschen. Wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder zugeschriebener Zugehörigkeit abgewertet, ausgegrenzt oder benachteiligt werden, ist die Kirche deshalb zum Widerspruch herausgefordert.
Die gleiche Würde jedes Menschen
Aus christlicher Sicht besitzt jeder Mensch eine unverlierbare Würde. Sie hängt nicht von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder gesellschaftlicher Stellung ab. Rassistische Vorstellungen, die Menschen in unterschiedliche Gruppen einteilen und ihnen unterschiedlichen Wert oder unterschiedliche Rechte zuschreiben, stehen diesem Menschenbild entgegen.
Rassismus gibt es auch in der Kirche
Auch Kirchen und kirchliche Einrichtungen sind nicht frei von rassistischen Denkmustern, Erfahrungen und Strukturen. Eine glaubwürdige Auseinandersetzung mit Rassismus richtet den Blick deshalb nicht nur auf die Gesellschaft, sondern auch auf die eigene Geschichte und Gegenwart. Dazu gehört, Erfahrungen von Menschen ernst zu nehmen, die Rassismus in der Kirche erleben, und notwendige Veränderungen anzustoßen.
Rassistische Strukturen erkennen und verändern
Rassismus zeigt sich nicht nur in offen abwertenden Äußerungen. Er kann sich auch in Strukturen, Routinen, Bildern und Selbstverständlichkeiten ausdrücken. Eine rassismuskritische Kirche fragt deshalb auch nach den eigenen Prägungen: Wer wird gehört und gesehen? Wer übernimmt Verantwortung? Welche Bilder und Traditionen werden weitergegeben? Und wo entstehen Barrieren für Menschen, die Rassismus erfahren?
Auch die EKD hat sich dazu verpflichtet, die eigene Verantwortung kritisch in den Blick zu nehmen. Die Synode hat die Aufarbeitung fortwirkender Traditionen von Rassismus und die Stärkung von Antidiskriminierung und Diversitätsorientierung ausdrücklich als kirchliche Aufgabe benannt.
Rassismuskritische Kirche: lernen und verändern
Rassismuskritik fragt danach, welche Vorstellungen, Bilder und Strukturen Menschen ausgrenzen können – und wie sie sich verändern lassen. Bildungsangebote, persönliche Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven helfen dabei, Rassismus besser zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Was können Kirchengemeinden gegen Rassismus tun?
Kirchengemeinden können dazu beitragen, Rassismus wahrzunehmen, ihm zu widersprechen und Betroffene zu unterstützen. Dazu gehören rassismuskritische Bildungsarbeit, die Überprüfung eigener Strukturen und ein sensibler Umgang mit rassistischen Äußerungen und Vorfällen. Entscheidend ist, die Perspektiven von Menschen einzubeziehen, die selbst Rassismus erfahren.