So können sich Gemeinden gegen Anfeindungen wehren

Online-Workshop-Reihe „Haltung zeigen – sicher handeln“

Shitstorms, Einschüchterungsversuche, persönliche Angriffe, öffentlicher Druck − das trifft längst nicht mehr nur bekannte Personen und große Institutionen. Auch wer sich in Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen oder Projekten gegen Abwertung und Ausgrenzung stellt, kann leicht zum Ziel solcher Anfeindungen werden. Deshalb hat die EKD zusammen mit Zukunft Demokratie e.V. die Online-Workshopreihe „Haltung zeigen – sicher handeln“ entwickelt.

Schriftzug 'Webinar'

Die Webinare vermitteln Haupt- und Ehrenamtlichen Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten, um solche Angriffe frühzeitig zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und sich gut darauf vorzubereiten. Expert:innen verknüpfen fachliche Einordnung mit praxistauglichen Empfehlungen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was hilft, wenn Engagierte, Gemeinden oder Organisationen unter Druck geraten und wie bleibt man auch dann handlungsfähig?

Was tun, wenn Engagement zum Angriffspunkt wird?

Wer sich vor Ort für andere einsetzt, Menschen zusammenbringt, Ausgrenzung widerspricht oder gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, kann Gegenwind erleben. Persönliche Anfeindungen, aggressive Kommentare im Netz, Shitstorms oder gezielte Versuche, einzelne Personen und ganze Organisationen öffentlich unter Druck zu setzen, gehören für viele Engagierte inzwischen leider zur Realität.

Besonders Akteure der extremen Rechten, aber auch andere extremistische und menschenfeindliche Gruppen, nutzen solche Strategien gezielt. Sie provozieren, greifen einzelne Personen heraus, verschärfen Konflikte und versuchen, Themen und Debatten nach ihren eigenen Regeln zu bestimmen. Das kann verunsichern und Haupt- wie Ehrenamtliche stark belasten.

Was leistet die Workshopreihe?

Die Online-Workshopreihe „Haltung zeigen - sicher handeln“ unterstützt Menschen dabei, solche Situationen besser einzuschätzen, sich vorzubereiten und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Sie richtet sich insbesondere an Haupt- und Ehrenamtliche in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen, steht aber ebenso Engagierten aus Vereinen, Initiativen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen offen.

In neun Online-Workshops von jeweils 75 bis 90 Minuten Dauer werden zwischen Oktober 2026 und März 2027 fachliche Inputs mit konkreten Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten aus der Praxis verbunden. Im Fokus stehen Fragen wie: Wie lassen sich kommunikative Angriffe erkennen, einordnen und welche Strategien gibt es im Umgang? Wie können sich Organisationen und einzelne Engagierte so vorbereiten, dass sie auch unter Druck handlungsfähig bleiben? Und wie kann Kirche klar Position beziehen, wenn Menschen abgewertet oder ausgegrenzt werden?

Geplante Themen sind unter anderem:

  • Umgang mit Rechtsextremismus und rechtsextremen Bedrohungslagen
  • Hoffnung als Kommunikationsmittel
  • Soziale Medien als Kampfzone
  • Organisationale Resilienz
  • Kirche als Ziel rechtsextremer Angriffe

Die Reihe richtet sich sowohl an Menschen, die bereits Anfeindungen oder Angriffe erlebt haben, als auch an diejenigen, die sich rechtzeitig darauf vorbereiten möchten. Hier der Link zur Online-Anmeldung.

Programm:
 
1) 21. Oktober, 18:30 Uhr: Zwischen Aneignung und Mimikry − Aktuelle Strategien der extremen Rechten

Rechtsextremismus ist ein dynamisches Phänomen, das sich konstant weiterentwickelt. Die Auftaktveranstaltung zur „Reihe Haltung zeigen − sicher handeln“ wirft einen erklärenden Blick auf das Phänomen Rechtsextremismus. Das Webinar liefert Einblicke in vergangene Entwicklungen und aktuelle Strategien einer heterogenen Szene.

Referenten:
Benjamin Winkler leitet das Leipziger Büro der Amadeu Antonio Stiftung. Er koordiniert Projekte zum Umgang mit Verschwörungserzählungen, der Stärkung ländlicher Räume und dem Umgang mit Rechtsextremismus an Schulen.
Lukas Jocher setzt sich seit vielen Jahren mit Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten auseinander. Er leitet die Kommunikationsarbeit von Zukunft Demokratie e.V.

2) 04. November, 18:00 Uhr: Shitstorm, Anzeigen, Einschüchterung - Welchen Angriffsstrategien sind Engagierte ausgesetzt und wie können sie darauf reagieren?

Der Druck auf zivilgesellschaftliche Initiativen stieg in den vergangenen Jahren immens: Ob im digitalen Raum oder im analogen Leben − Einschüchterungsversuche nehmen zu. In akuten Situationen wirkt dies zunächst häufig überfordernd. Doch es ist möglich, sich darauf vorzubereiten und diese Angriffe als Chance zu nutzen

Referenten:
Nico Westermann ist freier Kommunikationsberater und Digitalexperte.
Lukas Jocher (Zukunft Demokratie) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Strategien der extremen Rechten.

Das weitere Programm der Online-Reihe wird fortlaufend ergänzt. Die Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

Online-Anmeldung für einzelne Termine oder die ganze Reihe

Die Online-Workshops dauern jeweils 75 bis 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Informationen zu weiteren Terminen und den Zugangslinks erhalten angemeldete Teilnehmer:innen rechtzeitig vorab per E-Mail. Bei Rückfragen an: info@zukunftdemokratie.org
Die Reihe wird gefördert durch die Evangelische Kirche in Deutschland