Aschermittwoch

Bedeutung und Ursprung

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. In dieser Zeit bereiten sich Christen auf das Osterfest vor. Sie besinnen sich auf die Forderung Jesu: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15). Solches Umkehren lässt sich als innere Reinigung verstehen. Christen wenden den Blick nach innen und suchen neue Orientierung.

Der Name des Tages „Aschermittwoch“ geht auf den Ascheritus zurück, der sich in der katholischen Liturgie bis heute erhalten hat. Die Gläubigen lassen sich ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Durch dieses Zeichen der Demut bekennen sie, dass auch sie umkehren müssen.

 

Wann ist Aschermittwoch?

Die Passionszeit dauert 46 Tage. Sie beginnt mit Aschermittwoch und endet mit Karsamstag. In welcher Kalenderwoche der Aschermittwoch liegt, hängt also vom Osterdatum und damit vom Zeitpunkt des ersten Frühlingsvollmonds ab. Daher fällt er immer in die Zeit zwischen Anfang Februar und Anfang März. In Regionen, in denen Karneval gefeiert wird, gehen dem Aschermittwoch der Veilchendienstag und der Rosenmontag unmittelbar voraus.

 

Bräuche an Aschermittwoch

Das Evangelische Gottesdienstbuch schlägt vor, den Aschermittwoch mit einem Bußgottesdienst oder der Feier der Gemeindebeichte zu begehen.

In der katholischen Kirche wird die Passionszeit auch als Fastenzeit verstanden. Fasten ist der freiwillige Verzicht auf bestimmte Speisen, das heißt für gewöhnlich Fleisch und Alkohol. Mit solchem Verzicht geben katholische Christen ihrer Bereitschaft Ausdruck, weltlichen Genüssen zu entsagen und Buße zu tun für das ausgelassene Treiben der Karnevalszeit.

Nach jahrhundertealter Tradition ist der Verzehr von Fisch in der Fastenzeit erlaubt. Fisch ist die klassische Fastenspeise. Aus der Zeit des Mittelalters hat sich auch unter Protestanten vielerorts der Brauch erhalten, am Aschermittwoch Hering zu essen. Deshalb veranstalten viele evangelische Kirchengemeinden am Aschermittwoch das traditionelle Heringshessen.

 

Fasten in der evangelischen Kirche

Seit mehr als dreißig Jahren veranstaltet die evangelische Kirche die Aktion „7 Wochen ohne“. Unter einem jährlich wechselnden Motto lädt sie dazu ein, Alltagsroutinen zu durchbrechen und neue Freiräume zu gewinnen. Das „Fasten im Kopf“ kann helfen, Alltagsroutinen zu durchbrechen und neue Freiräume zu gewinnen.

 

Die Bedeutung des Aschenkreuzes

Das Kreuz war in römischer Zeit ein Folterinstrument. Nach Jesu Kreuzigung wurde es zu dem christlichen Symbol schlechthin. Es ist nicht nur Hinweis auf Jesu Tod, sondern auch auf seine Auferstehung. Gleichzeitig erinnert es Christen daran, dass Nachfolge Jesu immer auch Kreuzes-, das heißt Leidensnachfolge ist. So sagt Jesus nach Matthäus 16,24: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“

Asche ist seit alter Zeit ein Zeichen für Vergänglichkeit. Im Alten Testament drücken Menschen ihre Bußbereitschaft aus, indem sie in „Staub und Asche“ sitzen (vgl. Hiob 30,19; Jona 3,6) oder sich Asche auf ihr Haupt streuen (vgl. 2. Samuel 13,19). In Anlehnung an Genesis 3,19 spricht der Priester oder der Diakon bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ 

Indem sich die Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen lassen, werden sie an die Notwendigkeit der Buße und des Todes angesichts der ablaufenden Lebenszeit erinnert. Zugleich drücken sie aus, dass sie Jesus auf seinem Weg nachfolgen wollen.

 

Neue Aschermittwochsbräuche

Der Aschermittwoch gilt nicht nur der Selbstprüfung und der Buße. Im kirchlichen Raum ist er seit vielen Jahren auch ein Tag des Dialogs. So laden die evangelische und die katholische Kirche in vielen Städten zum „Aschermittwoch der Künstler“ ein, um mit Künstlern zu religiösen Fragen der Zeit ins Gespräch zu kommen. Ebenso bieten die evangelische und die katholische Kirche vielerorts Veranstaltungen zum „Sozialpolitischen Aschermittwoch“ an. Aus christlicher Sicht fragen sie, wie das Zusammenleben vor Ort verbessert werden kann.