Die neue EKD-Antisemitismus-Beauftragte Marie Hecke

Berlin (epd). Die promovierte Theologin Marie Hecke wird neue Antisemitismusbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die 40-Jährige folgt in dem 2019 geschaffenen Amt zum 1. Januar auf Christian Staffa, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Zuletzt war Marie Hecke ab Januar 2026 Pfarrerin im Entsendungsdienst am Institut Kirche und Judentum an der Berliner Humboldt-Universität und theologische Referentin der Berliner Generalsuperintendentin Julia Helmke.

Die gebürtige Göttingerin hat in Leipzig, Münster, Berlin und Jerusalem evangelische Theologie und Judaistik studiert. 2023 wurde sie an der Universität Göttingen mit einer Dissertation zu jüdischer Bibeldidaktik und ihrer Rezeption in der christlichen Religionspädagogik promoviert. Von 2021 bis 2024 war Marie Hecke wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für feministische Theologie der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, von September 2024 bis Dezember 2025 Vikarin in Berlin-Pankow.

Reichtum jüdischer Tradition

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören der jüdisch-christliche Dialog, Praktische Theologie, theologische „Disability Studies“ und die Didaktik des Ersten und Zweiten Testaments. Sie ist Mitglied im Vorstand von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, der Arbeitsgemeinschaft „jüdisch & christlich“ beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und Mitbegründerin des Netzwerkes „Disability & Theologie“.

Die Frage nach den Wurzeln des christlichen Antisemitismus habe sie bereits früh im Studium beschäftigt, hat sie einmal gesagt. Zugleich hätten sie die Vielfalt und der Reichtum jüdischer Tradition und Auslegung der biblischen Texte fasziniert. Während ihres Judaistik-Studiums an der Hebrew University in Jerusalem habe sie die Liebe zur rabbinischen Literatur entdeckt und sei „über die tiefe Verwurzelung des christlichen Antijudaismus erschrocken“.

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Portrait Marie Hecke