Evangelisch werden - wie geht das?

Die häufigsten Fragen zum Kircheneintritt

Blick durch die offene Tür in die Lutherkirche in Berlin-Wilhelmsruh.
Herzlich willkommen: Die Tür der evangelischen Lutherkirche in Berlin-Wilhelmsruh ist weit geöffnet

Sie überlegen sich, in die evangelische Kirche (wieder)einzutreten? Herzlich willkommen! Vielleicht fragen Sie sich auch: Was habe ich von der Mitgliedschaft in der Kirche? Was kostet mich der Eintritt? Und was hat der Staat mit der Kirchensteuer zu tun? Auf diese und weitere Fragen zur Kirchenmitgliedschaft finden Sie hier Antworten.

  • Ich will evangelisch werden. Was muss ich tun?

    Sie wollen evangelisch werden? Herzlich willkommen! Falls Sie noch nicht getauft sind, sprechen Sie bitte den Pfarrer oder die Pfarrerin Ihrer Gemeinde oder Ihres Wohnortes an. Dort vereinbaren Sie ein Taufgespräch und einen Termin für Ihre Taufe. Mit der Taufe treten Sie automatisch in die Kirche ein. Die für Ihre Anschrift zuständige Gemeinde finden Sie in unserer Gemeindesuche oder im örtlichen Telefonbuch.

    Menschen, die bereits getauft sind, einst aus der Kirche ausgetreten sind und wieder eintreten wollen, müssen sich nicht erneut taufen lassen. Sie nehmen einfach Ihren Personalausweis, Ihre Taufurkunde und den Nachweis über Ihren einstigen Kirchenaustritt und vereinbaren einen Termin für den Wiedereintritt bei Ihrer Gemeinde.

  • Gibt es noch andere Möglichkeiten zum (Wieder-)Eintritt?

    An vielen zentral gelegenen Orten in Deutschland gibt es besondere Kircheneintrittsstellen. Sie sind oft einfach und schnell zu erreichen. Hier nimmt Sie in der Regel ein Pfarrer oder eine Pfarrerin in die Kirche auf. Unter www.evangelisch.de können Sie mit Ihrer Postleitzahl oder nach Bundesländern die nächstgelegene Eintrittsstelle finden. Eine gute Übersicht bieten auch die landeskirchlichen Internetseiten oder die Gemeinden vor Ort.

    Bundesweit haben Sie außerdem die Möglichkeit, nach einem Telefongespräch mit einer Pfarrerin oder einem Pfarrer der EKD-weiten Wiedereintrittsstelle in die Kirche einzutreten. Rufen Sie kostenlos an unter: 0800- 813 813 8. Dort beantworten wir auch gerne alle Ihre Fragen zum Kircheneintritt. Werktags 9-17 Uhr, Mittwoch 9-12 Uhr, oder per Mail eintritt@evangelisch.de.

  • Werde ich noch einmal getauft?

    Nein, die Taufe ist einmalig. Sie wird von den meisten Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) gegenseitig anerkannt. Diese Kirchen haben die Magdeburger Erklärung zur wechselseitigen Taufanerkennung unterzeichnet. Nach dieser ökumenischen Vereinbarung bleibt die Taufe auch beim Wechsel von einer zur anderen Kirche gültig und Sie werden bei einem Kircheneintritt nicht noch einmal getauft. Zu den Unterzeichnern zählen neben der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche auch viele orthodoxe, altorientalische und andere evangelische Kirchen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie uns.

  • Was ist, wenn ich einer anderen christlichen Gemeinde angehöre und nun evangelisch werden möchte?

    Vor dem Eintritt in die evangelische Kirche steht zunächst der Austritt aus der Kirche oder Gemeinschaft, der Sie bisher angehören. Gründe müssen Sie dabei nicht angeben. Die zuständigen staatlichen Stellen verlangen dafür Ihren Personalausweis und eine Verwaltungsgebühr. Anschließend nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

  • Und wenn ich bisher keiner christlichen Gemeinschaft angehöre?

    Wenn Sie ganz neu Mitglied einer christlichen Kirche werden wollen, werden Sie durch die Taufe in die evangelische Kirche aufgenommen. Das geschieht in der Regel in einem festlichen Gottesdienst. Die Taufe ist ein Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet. Sie ist im Leben eines Menschen einmalig und unwiderruflich. Ihr gehen üblicherweise ein Taufunterricht oder einige Taufgespräche voraus. Sie können und sollen so den christlichen Glauben näher kennen lernen. Weitere Informationen geben Ihnen gerne die Pfarrerin oder der Pfarrer Ihrer Gemeinde vor Ort.

  • Werde ich geprüft, bevor ich wieder in die Kirche eintrete?

    Es gibt keine Glaubens- oder Gewissensprüfung. Sie sollten sich allerdings selbst prüfen, wie ernst es Ihnen mit der Kirche ist. Denn Sie treffen eine wichtige Entscheidung. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie gerne Kirchenmitglied werden wollen, sprechen Sie mit einem Pfarrer oder einer Pfarrerin - entweder in Ihrer Ortsgemeinde oder bei einer Kircheneintrittsstelle.

  • Werde ich der Gemeinde vorgestellt?

    Nur wenn Sie möchten. Dann kann Ihr Eintritt in einem Gottesdienst bekannt gemacht werden. Ihre Gemeinde freut sich auf Sie!

  • Was habe ich von der Mitgliedschaft in der Kirche?

    Es gibt gute Gründe, Mitglied in der Evangelischen Kirche zu sein: Sie sind Teil der großen Gemeinschaft von Menschen, die Antworten auf die Fragen nach Ursprung, Sinn und Ziel des Lebens suchen. Mit Ihrer Mitgliedschaft stärken Sie die evangelische Kirche. Sie leisten damit einen persönlichen Beitrag, unsere Gesellschaft sozialer, menschlicher und werteorientierter zu gestalten.

    Als Kirchenmitglied können Sie Pate oder Patin werden und sich kirchlich trauen lassen. Sie dürfen bei kirchlichen Wahlen wählen und gewählt werden. Und nicht zuletzt haben Sie Anspruch auf eine kirchliche Beerdigung.

     

  • Welche Unterlagen werden benötigt?

    Nicht viel: Wenn Sie dem Pfarrer oder der Pfarrerin nicht persönlich bekannt sind, sollten Sie sich ausweisen können. Und falls Sie schon einmal Kirchenmitglied waren, bringen Sie doch möglichst auch die Taufurkunde oder eine Bescheinigung über Ihr Taufdatum und den Ort sowie die Austrittsbescheinigung mit.

  • Was kostet mich der Eintritt?

    Nichts. Der Eintritt in die evangelische Kirche ist kostenlos. Sofern Sie Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, werden Sie im Anschluss als Mitglied Kirchensteuer bezahlen.

  • Was kostet mich die Mitgliedschaft?

    Wir sind als Kirche eine Solidargemeinschaft – nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere. Die Kirchensteuer ist ein Ausdruck verbindlicher Gemeinschaft und ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. In der Regel zahlen Sie neun Prozent Ihrer Lohn- oder Einkommensteuer. Durch die Koppelung an die staatliche Steuer nimmt die Kirche Rücksicht auf die finanzielle Leistungskraft des Einzelnen. Die Kirchensteuer kann als Sonderausgabe von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. So verringert sich Ihre Steuerschuld. Falls Sie eine Lohnsteuerkarte haben: Bitte lassen Sie Ihre Kirchenzugehörigkeit nach Ihrem Eintritt eintragen.

    Es gibt viele Kirchenmitglieder, die keine Kirchensteuer zahlen: Jugendliche und Studierende, Arbeitslose, Rentner und Rentnerinnen, die kein zu versteuerndes Einkommen beziehen. Sobald Sie Einkommensteuer zahlen, weil Sie über weitere Einkünfte verfügen, fällt auch die Kirchensteuer an. Solche Einkünfte können beispielsweise aus Zins- und Kapitalerträgen oder Vermietungen stammen.

     Die Kirche braucht Ihren finanziellen Beitrag, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Wir sind dankbar, dass unsere Mitglieder die kirchliche Arbeit mit Spenden, Kollekten und vor allem mit der Kirchensteuer unterstützen. So bleibt Kirche in unserer Gesellschaft präsent – in Seelsorge, Gottesdiensten, Bildung und diakonischem Engagement.

  • Was hat der Staat mit der Kirchensteuer zu tun?

    Der Staat zieht die Kirchensteuer zusammen mit der Lohn- und Einkommensteuer ein. Für diese Dienstleistung zahlt die Kirche an den Staat eine Gebühr. Ein eigenes kirchliches System wäre erheblich teurer.

Haben Sie weitere Fragen?

Schreiben Sie an  info@ekd.de oder
rufen Sie an beim Info-Service: Telefon (kostenfrei) 0800 - 50 40 602
(Montag bis Freitag außer an bundesweiten Feiertagen von 9 bis 18 Uhr).

Oder nehmen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer Kontakt auf. Sie geben Ihnen gerne Antworten.