Kirchliche Finanzen

Statistik zur Evangelischen Kirche in Deutschland

„Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“ (1. Korinther 10, 24)

Die Finanzstatistik 2014 zeigt, welche finanziellen Mittel den kirchlichen Einrichtungen im Jahr 2014 zugeflossen sind und für welche Zwecke sie verwendet wurden. Sie berücksichtigt damit rund 14.000 kirchengemeindliche Haushalte zuzüglich der Haushalte von Kirchenverwaltungen und anderen selbstständigen kirchlichen Einrichtungen wie Familienbildungsstätten, Friedhöfen etc.

Hand mit Geldschein an Spendenbox.

Diese wiederum lassen sich drei unterschiedlichen Ebenen zuordnen: Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche. Außerdem haben sich noch die gliedkirchlichen Zusammenschlüsse EKD, VELKD, UEK sowie die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen an der Erhebung beteiligt.

Für alle Einrichtungen wurden die Jahresabschlüsse von 2014 ausgewertet. Dabei wurden Aufwände und Erträge, welche sich kirchliche Einrichtungen gegenseitig zahlen, herausgerechnet und dann in dem vorliegenden Ergebnis zusammengefasst.

Ein großer Teil der Einrichtungen der evangelischen Kirche hat sich entschieden, sein Haushalts- und Rechnungswesen von dem System der öffentlichen Verwaltung (Kameralistik) auf ein eher ergebnisorien­tiertes Verfahren (kirchliche Doppik oder erweiterte Kameralistik) umzustellen. Im Jahr 2014 waren viele dieser Umstellungsprojekte noch nicht abgeschlossen, so dass es an einzelnen Stellen, an denen sich die Buch­führungsstile unterscheiden, zu kleinen Unschärfen gekommen ist.

Bei der Darstellung des Ergebnisses der Finanzstatistik 2014 werden zur Vereinfachung die doppischen Begriffe verwendet. Dieses bedeutet, dass mit "Erträgen" auch die kameralen "Einnahmen" und die zugehörigen "Ein­zahlungen" gemeint sind. Entsprechend beinhalten "Aufwände" die kameralen "Ausgaben" und die zugehö­rigen "Auszahlungen".

Erträge / Aufwände

In der evangelischen Kirche werden 2014 insgesamt knapp 12,3 Milliarden Euro für die kirchliche Arbeit verwendet.

Der Dienst der Kirche ist Dienst am Menschen, der einen großen Einsatz an haupt- und ehrenamtlicher Arbeits­kraft erfordert. So entfallen etwa zwei Drittel der Auf­wände auf die personalkostenintensiven kirchlichen Arbeitsfelder. Auf 3,8 Milliarden Euro kommt die allgemeine Gemeindearbeit zusammen mit dem Pfarrdienst, der zielgruppenbezogenen Arbeit, der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und der Kirchenmusik. Die gemeindediakonische Arbeit, zu der auch die evangelischen Kindertagesstätten zählen, verursacht 3,3 Milliarden Euro an Kosten.

Um als einer der größten Arbeitgeber in Deutschland die Mittel zur Förderung des kirchlichen Lebens bestmöglich einzusetzen, braucht die Kirche ein professionelles Management und eine effiziente Verwaltung. Zentrale Verwaltungseinheiten können Kirchengemein­den bei vielen Verwaltungstätigkeiten entlasten und unnötige Doppelarbeiten vermeiden. Die Kosten für Leitung und Verwaltung sind mit 9,1 Prozent an den Gesamtaufwänden im bundesweiten Vergleich mit an­deren großen mitgliedsorientierten Organisationen re­lativ gering.

Zu den Kernaufgaben der Kirche gehören auch die Pflege und Unterhaltung der zahlreichen Kirchenge­bäude. Insgesamt wendet die evangelische Kirche jährlich 1,2 Milliarden Euro für die Unterhaltung und Pflege ihrer Ge­bäude auf.

Die Arbeit der Kirche wird hauptsächlich durch ihre Mit­glieder getragen. Damit ist die Kirchensteuer die wichtigste Einnahmequelle - das Fundament aller Finanzierungen - und ergibt in der Finanzstatistik 2014 zusammen mit den Gemeindebeiträgen und dem Kirchgeld 5,3 Milliarden Euro (2018: 5,8 Milliarden Euro). Die Kirchensteuer wird über das Finanzamt eingezogen und an die Kirchen wei­tergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst zwischen zwei und vier Prozent des Steueraufkommens. Direkt von ihren Mitgliedern erhält die Kirche außerdem 344 Millionen Euro an Kollekten und Spenden.

Etwas mehr als ein Viertel der Erträge machen Förder­mittel und Zuschüsse der öffentlichen Hand aus. Die kirchlichen Träger erhalten diese für Leistungen, die sie für die Allgemeinheit erbringen. Der größte Anteil kommt mit 2,2 Milliarden Euro der Förderung der Arbeit evangelischer Kindertagesstätten zugute.

Entgelte für kirchliche Dienstleistungen, wie zum Beispiel Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen, Schulgeld oder Einnahmen im Friedhofswesen, machen insgesamt 1,0 Milliarden Euro der Erträge aus. Über Mieten, Pachten, Kapitalerträ­ge aber auch beispielsweise Veräußerungserlöse oder Entnahmen aus Rücklagen fließen insgesamt weitere 2,1 Milliarden Euro der Arbeit der Kirche zu.

Die Staatsleistungen haben 2,2 Prozent Anteil am Ge­samthaushalt. Sie sind vertraglich vereinbarte Aus­gleichszahlungen zwischen Staat und Kirche. Durch einstige Enteignungen der Kirchen durch den Staat wurden den Kirchen eigenwirtschaftliche Ertragsgrund­lagen entzogen. Der Staat hat sich in Folge zur Leistung von Ersatzzahlungen verpflichtet. Diese Verpflichtungen können vom Staat abgelöst werden.

Die grafische Darstellung der Erträge und Aufwände "Auf einen Blick - Finanzstatistik der evangelischen Kirche" sowie die Broschüre "Werte mit Wirkung - Einblicke in die Finanzstatistik der evangelischen Kirche" stehen als Download zur Verfügung.

Kirchensteuern und Finanzen (PDF)

Auf einen Blick - Finanzstatistik der evangelischen Kirche (PDF)

Cover Gezählt 2019

Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben.

Die Statistik 2018 der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Cover Werte mit Wirkung

Einblicke in die Finanzstatistik der evangelischen Kirche

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