Dr. Martin Dutzmann

Martin Dutzmann

Prälat, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Charlottenstr. 53/54
10117 Berlin

Tel:
+49 30 20355 0
Fax:
+49 30 20355 100
Internet:
http://www.ekd-berlin.de
Email:
bv@ekd-berlin.de

geboren 1956
verheiratet, 3 Kinder

Wohnort

Detmold

Schulzeit

1962 - 1966 Grundschule in Essen
1966 - 1974 Neusprachliches Gymnasium in Essen-Borbeck (Abitur)

Wehrdienst

1974 - 1976 Soldat auf Zeit beim Fernmeldebataillon 330 in Koblenz, ausgeschieden
als Leutnant der Reserve

Ausbildung/Studium

1976 - 1982 Studium der Ev. Theologie in Marburg, Straßburg, Bonn
1990 Promotion

Beruflicher Werdegang

  • 1982 - 1983 Vikariat in Krofdorf-Gleiberg, Kirchenkreis Wetzlar
  • 1983 - 1987 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Theologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • 1984 Ordination
  • 1987 - 2005 Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Lennep, Kirchenkreis Lennep
  • 1995 - 2005 Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lennep
  • 2005 - 2013 Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche
  • 2008 - 2014 Evangelischer Militärbischof im Nebenamt
  • seit 11.10.2013 Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union

Der Bevollmächtigte des Rates der EKD

Als „Kirchendiplomatist der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union Bindeglied zwischen der evangelischen Kirche und den deutschen wie auch europäischen politischen Organen und Institutionen. Sein Dienstsitz befindet sich im Haus der EKD am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte. Für die direkten Kontakte zu den Organen der EU unterhält er eine Außenstelle in Brüssel, das dortige EKD-Büro. Der Bevollmächtigte unterrichtet den Rat der EKD über die aktuelle politische Lage und Entwicklung und vertritt gleichzeitig die Anliegen der evangelischen Kirche gegenüber den politischen Entscheidungsträgern und Verwaltungen der Bundesrepublik und der der EU. Seit 1. Oktober 2013 hat Prälat Dr. Martin Dutzmann das Amt des Bevollmächtigten inne.

Aufgaben

Die Arbeitsweisen des Bevollmächtigten und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vielfältig und reichen von der inhaltlichen Begleitung von Gesetzgebungsprozessen, über persönliche Gespräche und Kontakte mit Politikern und Beamten in den Ministerien und Dienststellen des Bundes und der EU, Fachkonferenzen und Vorträgen bis hin zu Gesprächsforen. 

  • Der Bevollmächtigte möchte Kirche in der und für die Politik sichtbar machen. So steht er als Gesprächspartner und Seelsorger für die Akteure des politischen Betriebs zur Verfügung. Andachten im Reichstagsgebäude, Gebetsfrühstücke und abendliche Gesprächskreise, bei denen aktuelle sozialethische und politische Themen diskutiert werden, gehören ebenso zu den Angeboten wie auch Gottesdienste zu besonderen politischen Anlässen, wie beispielsweise der Konstituierung des Bundestages und zu Gedenktagen
  • Der Bevollmächtigte nimmt eine sozialanwaltliche Rolle für Menschen wahr, deren Stimme in der Politik nur unzureichend gehört wird. Dies betrifft bestimmte Themen, die im politischen Diskurs eine Rolle spielen. Zum Beispiel aus den Bereichen der Sozial-, Arbeitsmarkt- oder Familienpolitik, Belange von Migranten und Flüchtlingen, die Entwicklungszusammenarbeit und ethische Fragestellungen etwa im Bereich des Lebensschutzes.
  • Daneben vertritt die Dienststelle des Bevollmächtigten die originären, institutionellen Interessen der evangelischen Kirche, die ihre Grundlagen hauptsächlich in den staatskirchenrechtlichen Regelungen des Grundgesetzes haben. Stichworte sind beispielsweise die Kirchensteuer, beamtenrechtliche Regelungen oder die Seelsorge in Bundeswehr und Bundespolizei.

Zur Pflege internationaler und ökumenischer Beziehungen unterhält die Dienststelle Kontakte zum Auswärtigen Amt und zu zahlreichen diplomatischen Vertretungen. Eine enge und vertrauensvolle Kooperation besteht mit dem Kommissariat der deutschen Bischöfe - Katholisches Büro - in Berlin. Gesprächspartner sind auch die Beauftragten anderer Kirchen und Vereinigungen am Sitz der Bundesregierung.

Geschichte

Wenige Monate nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde durch einen Beschluss des Rates der EKD im November 1949 das Amt des Bevollmächtigten am Sitz der Bundesregierung geschaffen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen im NS-Staat und im Bewusstsein der Fehler und Abgründe der eigenen Geschichte ging es den Verantwortlichen in der EKD auch darum, die kirchliche Mitverantwortung für die öffentlichen Angelegenheiten des Gemeinwesens intensiver wahrzunehmen.

Das Amt wurde stark geprägt durch den ersten Bevollmächtigten, Hermann Kunst, der es mehr als ein viertel Jahrhundert, nämlich bis zum Jahr 1977, innehatte. Der Amtssitz der Dienststelle befand sich über lange Jahre in der Bonner Fritz-Erler-Straße. Eine ähnliche Verbindungsstelle für den Kontakt zu den Organen der Deutschen Demokratischen Republik wurde zunächst auch in Ostberlin eingerichtet. Die zunehmenden Spannungen zwischen SED-Regierung und Kirchen und die Tatsache, dass die Führung der DDR eine Abtrennung der evangelischen Landeskirchen auf ihrem Gebiet von der EKD anstrebte, führten dazu, dass dem dortigen Bevollmächtigten, Propst D. Heinrich Grüber, im Jahr 1958 staatlicherseits das Agreement entzogen wurde. Damit endete die Tätigkeit eines Bevollmächtigten in der DDR.

Angesichts des immer größer werdenden Einflusses der legislativen und administrativen Tätigkeit von Institutionen auf europäischer Ebene auf die deutsche Gesetzgebung entschloss sich der Rat der EKD, eine Vertretung auch in Brüssel einzurichten. So wurde im Jahr 1990 das EKD-Büro Brüssel als Außenstelle des Bevollmächtigten des Rates eingerichtet.

Mit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin im Jahr 1999 verlegte auch der Bevollmächtigte seinen Dienstsitz in die Bundeshauptstadt.Vorgänger von Prälat Dr. Martin Dutzmann waren D. Heinrich Grüber für den Bereich der DDR (1949-1958), Dr. Hermann Kunst (1949-1977), Heinz-Georg Binder (1977-1992), Dr. Hartmut Löwe (1992-1999), Dr. Stephan Reimers (1999-2009) und Dr. Bernhard Felmberg (2009-2013).