Reich Gottes

Das Reich Gottes ist die Vollendung von Gottes Schöpfung.

Das Anbrechen des Reiches Gottes war die zentrale Botschaft Jesu. Jesus verkündigte, dass die Heilszeit, die im Alten Testament vorhergesagt wird (Jesaja 35,5–6), durch sein Wirken angebrochen ist: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“ (Matthäus 11,5).

Das Reich Gottes ist Thema vieler Gleichnisse, zum Beispiel des Gleichnisses vom verlorenen Schaf (Lukas 15,1–7) und des Gleichnisses vom Gastmahl (Lukas 14,15–24 ). Mit dem Bild eines Senfkorns, aus dem ein großer Strauch wächst, beschrieb Jesus das starke Wachstum des Reiches Gottes (Markus 4,30–32 ).

Das Neue Testament bezeugt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Damit ist das Reich Gottes schon jetzt angebrochen. Das Anwachsen des Reiches Gottes kommt Paulus zufolge dann zum Ende, wenn Gott „alles in allem“ sein wird (1. Korinther 15,28).

Weiterführende Inhalte und Links

  • Fragen

    Arbeiten Christinnen und Christen an der Vollendung des Reiches Gottes mit?

    Antwort: Manche Christinnen und Christen sehen das so. Entscheidend ist aber: Menschen können durch noch so viel gutes Tun das Anwachsen des Reiches Gottes nicht erzwingen. Wenn Menschen von sich oder ihrer Kirche beanspruchen, bei ihnen werde am Reich Gottes gebaut, ist Skepsis angebracht.

  • Diskussion

    Die Vorstellung vom Wachstum des Reiches Gottes hatte eine große Wirkungsgeschichte. Für den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel realisiert sich das Reich Gottes im Geist. Der Geist wiederum manifestierte sich in der sittlichen Vernunft des Menschen. Der Nationalökonom Karl Marx kündigte eine säkulare und realgeschichtliche Variante des Gottesreiches an, den Kommunismus. Nach dem Ersten Weltkrieg gerieten diese Vorstellungen mehr und mehr in die Kritik.

    In der Barmer Theologischen Erklärung wandten sich evangelische Theologen gegen heilsgeschichtliche Ansprüche des Naziregimes: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“ (Erläuterung zur 5. These)

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