EKD-Texte 51–75
EKD-Texte 75, 2002
Von der Schwangerschaftsbegleitung bis zu Hospizen — Menschen in nahezu jeder Lebensphase sind auf soziale Dienste angewiesen. Das Engagement von Einrichtungen der Diakonie und Kirchengemeinden ist „eine Lebens- und Wesensäußerung der persönlichen Nachfolge Jesu und der christlichen Gemeinde“. Diese Studie nimmt den gesamten Bereich der sozialen Dienste über die Diakonie hinaus aus kirchlicher Perspektive in den Blick und beschreibt künftige Herausforderungen. Sie plädiert dafür, dass sich Diakonie, Kirche und Gemeinde mehr miteinander vernetzen.
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EKD-Texte 74, 2002
Die Zuwendung zu Kranken und Sterbenden ist als Dienst der Gemeinde und als spezialisierte Form von Seelsorge ureigenste Aufgabe des diakonischen Auftrags der Kirchen. Daraus leitet sich eine konkrete Mitverantwortung der Kirchen für die Gestaltung des Gesundheitswesens ab. Die nimmt der Rat der EKD mit dieser Stellungnahme wahr. Er mahnt die Politik, auf dem ethisch wichtigen Feld der Gesundheitspolitik endlich notwendige Reformen einzuleiten. Besonders zu bedenken sind dabei die Stärkung des Solidargedankens und der Patientenrechte sowie der Aufbau von Qualitätsstandards.
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EKD-Texte 73, 2002
Familie ist „eine Schule der Mitmenschlichkeit“. Damit Familien die damit verbundenen Lasten tragen können, brauchen sie flankierende Unterstützung von Gesellschaft und Staat, unter anderem ein „kinderfreundliches Umfeld“. Dazu tragen Kirchen mit ihren Angebote bei. Gleichzeitig fordern sie familienpolitische Fortschritte. Der Rat der EKD plädiert für energische Bemühungen, die materielle Sicherheit und die soziale Absicherung von Familien zu verbessern – u.a. durch die Weiterentwicklung eines bedarfsgerechten Familienlastenausgleichs und einer familienfreundlichen Arbeitswelt.
EKD-Texte 72, 2002
Geht es um Gewalt, spielt Religion eine ambivalente Rolle. Die Anschläge vom
11. September 2001 zeigten ihre „ideologisch pervertierten Konfliktanteile an der Zuspitzung von Gewalt“; andererseits haben weltweit friedensfördernde Traditionen der Religion großen Anteil an der Deeskalation von Konflikten. Am Beispiel gewaltsamer Konflikte in Afrika beschreibt diese Studie, wie Kirchen vermitteln und elementare Not lindern. Auch informiert sie über international diskutierte Konzepte für zivile Intervention. Die Studie ermutigt die Kirchen und ihre Dienste und Werke zu friedensstiftendem Handeln.
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EKD-Texte 71, 2002
Auf den Gebieten der Genetik und Biotechnologie schreitet die medizinische Forschung in großen Schritten voran. Das wirft Fragen auf „nach den Grenzen, die im Umgang mit menschlichem Leben zu respektieren sind“. Wo sie im Hinblick auf Beginn und Ende des Lebens aus evangelischer Perspektive zu ziehen sind, erwägt diese Argumentationshilfe in den Themenbereichen vorgeburtliche Diagnostik, Stammzellennutzung, In-vitro-Fertilisation, reproduktives Klonen und Sterbehilfe. Sie beschreibt, wie ein „vom Geist der Liebe inspirierter ethisch angemessener Umgang mit Gesundheit und Krankheit“ aussieht.
EKD-Texte 70, 2001
„Thomas Mann und die Kirche – das ist auch so etwas wie eine Fallstudie zum Verhältnis Protestantismus und Kultur“, erklärt EKD-Ratsvorsitzender Manfred Kock im Vorwort zu diesem EKD-Text. Dokumentiert sind zwei Vorträge, in denen das Verhältnis des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann (1875-1955) zum Glauben geschildert wird. Ada Kadelbach, Leiterin des Bereichs Kunst und Kultur der Hansestadt Lübeck, spricht über „Thomas Mann und seine Kirche im Spiegel der Buddenbrooks“. Der Heidelberger Systematische Theologe Christoph Schwöbe denkt über „Thomas Mann und die religiöse Frage“ nach.
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EKD-Texte 69, 2001
Wie können die christlichen Kirchen ökumenische Gemeinschaft erreichen und immer mehr „eins in Christus“ werden? Dieses Votum dokumentiert in großer Klarheit den evangelischen Standpunkt. „Evangelische Kirchen erkennen Gottes Wirken auch in anderen Kirchen. Sie anerkennen die Gemeinschaft im Glauben über alle konfessionellen Unterscheidungen und Trennungen hinweg.“ Das ermöglicht ökumenische Begegnungen, gibt auch Selbstbewusstsein, theologisch fragwürdigen Praktiken zu widersprechen (etwa dem Primat des Papstes, der baptistischen Wiedertaufe oder orthodoxen Formen des Nationalkirchentums).
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EKD-Texte 68, 2001
Evangelisation ist „elementarer Ausdruck schlichten und fröhlichen Gottvertrauens“. Deshalb sind Kirchengemeinden aufgerufen, „ihr ganzes Veranstaltungsangebot im Gemeinschaftsleben als eine Einladung zum Glauben und zur Nachfolge“ zu gestalten. Dieser Text beleuchtet alle Facetten der Evangelisation vom biblischen Missionsauftrag bis zur gegenwärtigen missionarischen Situation. Er mündet in „15 Empfehlungen“, wie Evangelisation heute gestaltet werden kann. Angefügt ist eine EKD-Synodenkundgebung zum „missionarischen Auftrag der Kirche an der Schwelle zum 3. Jahrtausend“.
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EKD-Texte 67, 2000
Entwicklungen in der Landwirtschaft betreffen uns alle. Diese Studie informiert kritisch über die aktuellen Konzepte für Welternährung, landwirtschaftliche Produktion und Agrarhandel. Ihr ethisches Fundament ist zum einen die biblische Beauftragung Gottes an die Menschen, die Erde zu bebauen und die Schöpfung zu bewahren, zum anderen Gottes Parteinahme für Schwache und Arme. Deshalb sind aus christlicher Sicht die Solidarität der heute lebenden Generationen und die Chancengerechtigkeit für die nachkommenden Generationen Dreh- und Angelpunkte für eine nachhaltige Entwicklung.
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EKD-Texte 66, 2000
Was geschieht mit der durch die Taufe zugesprochenen Heilszusage Gottes, wenn Menschen aus der Kirche austreten? Die mit diesem Thema verbundenen theologischen und praktischen Fragen erörtert dieser Text. Er betont die unverlierbare geistliche Wirkung („character indelebilis“), die die Taufe verleiht. Das „unauslöschliche Siegel“ der Taufe ist auch ein Grund, warum Kirche mit Ausgetretenen in besonderer Verbindung bleibt. Der Text erwägt, was das etwa in Hinblick auf Abendmahl und Seelsorge bedeutet und empfiehlt Tauferinnerungsangebote, um mit Ausgetretenen wieder ins Gespräch zu kommen.
EKD-Texte 65, 2000
Genitalverstümmelung stellt einen schwerwiegenden und folgenschweren Eingriff in die Unversehrtheit des Körpers und der Psyche von Mädchen und Frauen dar. Sie wird nicht nur in Vorderasien und Afrika praktiziert, sondern auch an ausländischen Frauen in Europa, auch Deutschland. Diese Stellungnahme schärft das Problembewusstsein dafür. Sie enthält medizinische und rechtliche Grundinformationen und gibt konkrete Empfehlungen, wie sich kirchliche und andere Organisationen engagieren können, um betroffene und gefährdete Mädchen und Frauen zu helfen und zu schützen.
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EKD-Texte 64, 1999
In Deutschland wird die positive kulturelle Rolle des Christentums immer weniger wertgeschätzt - im Westen sind dafür Individualisierungsprozesse verantwortlich, im Osten die lange staatssozialistische Indoktrination. Als Reaktion haben die EKD und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) gemeinsam dieses Impulspapier erarbeitet. In exemplarischen Begegnungsfeldern (Alltagskultur, Bildung, Medien, Kunst, Sport, Gedenkkultur) entfalten sie, dass und wie gerade protestantische Kirchen weiterhin „ein unentbehrlicher Beitrag zur Kultur einer freiheitlichen Gesellschaft sein“ werden.
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EKD-Texte 63, 1997
Wie steht es um das Verhältnis des demokratischen und sozialen Rechtsstaates Bundesrepublik Deutschland zum Christentum? Und wie sollten sich die Kirchen zu diesem Staat verhalten? Diese Fragen betrachtet der Rat der EKD aus evangelischer Perspektive. Es wird herausgearbeitet, dass und wie die „Prägekraft des Christentums“ die besondere und konstruktive Rolle der Kirchen für die Gesellschaft begründet. Die biblische „Lehre vom Menschen als Ebenbild Gottes“ ist Grundlage für die im Grundgesetz verankerte Toleranz und Menschenwürde; auf ihr basieren auch die allgemeinen Menschenrechte.
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EKD-Texte 62, 1997
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten sich in Deutschland evangelische Lebensgemeinschaften. Nach und nach entstanden viele Kommunitäten mit unterschiedlichen geistlichen und diakonischen Schwerpunkten. Da in den protestantischen Bekenntnisschriften Klosterleben als unvereinbar mit der Rechtfertigungslehre erklärt wurde, ist eine Verhältnisbestimmung zu den Landeskirchen erforderlich. Dieser Bericht kommt zu dem Schluss: „Evangelische Kommunitäten, Schwestern- und Bruderschaften und Basisgemeinden sind ein wichtiger Bereich intensiven geistlichen Lebens innerhalb der evangelischen Kirche.“
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EKD-Texte 61, 1997
Was bedeutet es, sich auf sein Gewissen zu berufen und damit gegen die Rechtsordnung zu verstoßen? Die heftigen Debatten in der evangelischen Kirche entzündeten sich an den Themen Militärsteuerverweigerung, Gewährung von Kirchenasyl und Protesten gegen Atomtransporte. Diese vom Rat der EKD in Auftrag gegebenen Thesen tragen zur Versachlichung der Diskussion bei. Sie betonen, dass man nicht gegen sein Gewissen handeln soll. Eine Gewissensentscheidung befreie aber nicht davon, Argumente vernünftig abzuwägen. Schließlich empfehlen sie, sparsam mit der Berufung auf das Gewissen zu sein.
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EKD-Texte 60, 1997
Tschechen und Deutsche sind leidvoll durch die Geschichte miteinander verbunden. Im Zweiten Weltkrieg paktierten die meisten aus Deutschland stammenden Siedler mit den Nationalsozialisten; nach 1945 wurden die „Sudetendeutschen“ von Tschechen vertrieben. Kirchen bemühen sich um Versöhnung. Dokumente dazu bietet dieser zweisprachige EKD-Text: eine Stellungnahme der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder „zur Problematik der Aussiedlung der Sudetendeutschen“ (1995) und Reaktionen der EKD darauf, u.a. die Synoden-Kundgebung zur „Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen“.
EKD-Texte 59, 1996
Die Zahl der Menschen aus fremden Ländern, die freiwillig oder auf der Flucht nach Deutschland kommen, wächst. Es bilden sich christliche Gemeinden, in denen die Menschen Gemeinschaft in der deutschen Fremde finden und ihren Glauben leben. Für die Kirchengemeinden Deutschlands ist das eine große Bereicherung, die sich oft wegen kultureller und sprachlicher Unterschiede schwierig gestaltet. Diese Handreichung gibt Anregungen, wie die „Zusammenarbeit mit Gemeinden fremder Sprache oder Herkunft zu einer ökumenischen Selbstverständlichkeit im kirchlichen und ortsgemeindlichen Alltag werden“ kann.
EKD-Texte 58, 1996
Der Diakonat ist neben dem Predigtdienst ein seit den Anfängen der Kirche eigenständiges Amt. Er ist in der „allgemeinen Liebespflicht der Christen begründet“. Männer und Frauen in diakonischen Lebensgemeinschaften üben ihn seit jeher aus. Sie sollen fester und geregelt in die Struktur der Kirche eingebunden werden. Wie das geschehen kann, erklärt dieser Beitrag. Er beschreibt Ausbildungsvoraussetzungen und die Tätigkeitsbereiche: Pflege und Fürsorge; Beratung und Seelsorge; Erziehung und Gemeindepädagogik. Zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung ist eine Ordination nötig.
EKD-Texte 56, 1995
Wie empfinden Menschen im Gebiet der ehemaligen DDR die Situation rund fünf Jahre nach der staatlichen und kirchlichen Wiedervereinigung? Antworten auf diese Fragen eruierte das EKD-Frauenreferat. Es befragte Frauen in östlichen Landeskirchen. Deren Berichte sind hier dokumentiert. Sie erlauben tiefe Einblicke in die gewandelten Lebensbedingungen in Ostdeutschland. Der Rückblick auf die kirchliche Vereinigung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und der EKD zeigt neben positiven Punkten auch Kritik. Auch die Perspektiven und Wünsche für die vereinigte Kirche werden benannt.
EKD-Texte 55, 1995
Auf Grundlage ihrer langen Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit nimmt die EKD mit diesem zweiten Bericht Stellung zur Praxis des Asylverfahrens und des Schutzes vor Abschiebung. Seit dem ersten Bericht (EKD-Text 51) haben sich neue rechtliche Situationen ergeben. Der Bericht nimmt die Situation minderjähriger Flüchtlinge, Familienzusammenführungen sowie die Bedingungen des Abschiebungsgewahrsams in den Blick. Außerdem mahnt er politisch Verantwortliche, die Bekämpfung von Fluchtursachen in Herkunftsländern tatsächlich voranzutreiben. Zudem sei der Status von Kriegsflüchtlingen zu klären.
EKD-Texte 54, 1995
„Wir dürfen uns mit der hohen Arbeitslosigkeit nicht abfinden“, denn es gibt ein „ethisch begründetes und verpflichtendes Menschenrecht auf Arbeit!“ Diese Einsichten waren Anlass für diese Studie. Auf Grundlage ausführlicher Situations-Analysen entwickelt sie drei Aufgaben: „Die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern“, „Gestaltende Arbeitsmarktpolitik weiterentwickeln“ und „Öffentlich geförderte Arbeit in regionaler und lokaler Verantwortung gestalten“. Eine gemeinsame Initiative aller gesellschaftlicher Kräfte ist nötig, um „Arbeit für alle“ zu schaffen.
EKD-Texte 53, 1995
Christliche Glaubensbekenntnisse sind theologische Grundlage der EKD. Sie stammen aus teils lange zurückliegenden Zeiten. Wie ist mit ihnen heute, in einer veränderten Weltsituation und angesichts der Entwicklung der Theologie, umzugehen? Dieser Beitrag widmet sich dieser Frage. Die Besinnung auf die alten Bekenntnisse ist unerlässlich, denn sie „halten in der gegenwärtigen Kirche das Zeugnis sowie die Glaubens- und Lehrentscheidungen früherer Generationen wach“. Doch wenn sie nicht fortgeschrieben werden, verkommen sie „zum toten Buchstaben“.
EKD-Texte 52, 1995
Rechtzeitig zum UN-Klimagipfel 1995 weist die Studie auf die „komplexe Vernetztheit der Probleme hin“. Angesichts der Gefährdung des Klimas macht sie Verantwortlichen „Mut zu unpopulären Empfehlungen“. Denn klar ist: Die notwendigen wirtschaftlichen Veränderungen „werden sich einschneidend auf unseren gewohnten Lebensstil auswirken“. Doch „wenn wir nicht rechtzeitig Vorsorge treffen, werden sich die verschlechternden Umweltbedingungen von uns und unseren Nachkommen unerbittlich Tribut einfordern“. Christen haben kein Grund für „leichtfertigen Optimismus“, doch sie leben von der Hoffnung.
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EKD-Texte 51, 1994
„Es steht nicht gut um das Asylrecht in Deutschland“ – so das Fazit dieses Berichtes. Anhand vieler Erfahrungen aus der kirchlichen Arbeit stellt der Bericht die Situation von Asylsuchenden dar und kritisiert geplante Änderungen des Asylrechts. Jeder Fall müsse sensibel geprüft werden. Besonders die Abschiebepraxis gibt Anlass zu Sorge. Abgelehnte Asylbewerber dürfen nicht wie Straftäter behandelt, Familien nicht auseinandergerissen werden. Aufgabe der Kirche sei die mitmenschliche Begleitung der Betroffenen wie auch derer, die haupt- oder ehrenamtlich für sie zuständig sind.