Beerdigung

  • Ein welkes Blatt liegt auf einem Grabstein.
    Lebensphasen
    Tod und Trauer

    Wer einen Angehörigen verliert oder wegen einer schweren Krankheit selbst um sein Leben bangt, geht durch Ängste und Verzeiflung. Der Tod stellt Sinn und Sicherheiten im Leben infrage. Der christliche Glaube kann Lichtblick und Hilfe in schweren Zeiten sein.

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  •  Krankenhausseelsorgerin spricht mit einer Patientin im Diakoniekrankenhaus Friederikenstift Hannover.
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    Leiden und Krankheit

    Leid und Krankheit sind Belastungen, die Menschen an ihre Grenzen bringen. Die Frage, warum Gott das Leiden zulässt, bleibt dabei schmerzlich offen. Viele finden aber gerade in schweren Zeiten Halt im Glauben. In der evangelischen Kirche gibt es viele Angebote, den Weg durch Krankheit und Krise nicht allein zu gehen.

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  • Ein Pfarrer steht in einer von Kerzen erleuchteten Kirche am Altar.
    Feste feiern
    Ewigkeitssonntag

    Am Ewigkeitssonntag wird der Verstorbenen gedacht. Im Gottesdienst werden die Namen aller verlesen, die im zurückliegenden Jahr gestorben sind. Mit dem Ewigkeitssontag endet das Kirchenjahr.

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Christinnen und Christen glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Bei einer Beerdigung nehmen Menschen Abschied von einem verstorbenen Menschen. Zur kirchlichen Beerdigung gehören ein Gottesdienst und die anschließende Beisetzung des Verstorbenen. Bei der Feier wird der Verstorbene ausgesegnet, das heißt in Gottes Hand übergeben. Die Beerdigung ist aber nicht nur eine Feier für den Verstorbenen, sondern auch ein wichtiger Moment für die Angehörigen. Gebete und Lieder helfen, mit der eigenen Trauer umzugehen. Die Angehörigen können Gott für das Leben des Verstorbenen danken, aber auch Trost und Vergebung erfahren für die Zeiten, in denen das Zusammenleben schwierig war.

Die kirchliche Beerdigung ist der Ort, an dem sich Christinnen und Christen in besonderer Weise ihres eigenen Glaubens vergewissern: Christus ist auferstanden, und der Tag wird kommen, an dem er wiederkommt und das Reich Gottes vollendet. Dann werden alle, die an ihn glauben, Verstorbene und Lebende, an Gottes neuer Welt teilhaben. Bei Beerdigungen teilen Christinnen und Christen diese Hoffnung miteinander und trösten einander: Selbst wenn der Schmerz über die Trennung von einem geliebten Menschen groß ist, der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Leben endet nicht mit dem Tod, Christus hat den Tod besiegt.

Weiterführende Inhalte und Links

  • Fragen

    Ein Verstorbener ist aus der Kirche ausgetreten, kann er trotzdem kirchlich beerdigt werden?

    Antwort: Wer aus der evangelischen Kirche austritt, bekundet, dass er sich von der Gemeinschaft der Christen loslöst. Das sollte man ernst nehmen. Im Gespräch mit Angehörigen von ausgetretenen Verstorbenen kann aber deutlich werden, dass eine kirchliche Beerdigung dennoch angemessen ist. Der Pfarrer oder die Pfarrerin entscheidet hier von Fall zu Fall.

    Der Verstorbene hat sich nie in der Kirche blicken lassen, ist das schlimm?

    Antwort: Nein, nicht, solange er getauft ist und bis zu seinem Tod Mitglied der Kirche war. Evangelische Christinnen und Christen glauben, dass nicht das äußere Wohlverhalten Heil und Erlösung bringt, sondern der Glaube an Gott allein, das Vertrauen auf Gottes Gnade. In der Taufe sagt Gott „Ja“ zu einem Menschen. Evangelische Christinnen und Christen vertrauen darauf, dass Gott sie in dieser Weise annimmt. Aus jeder Lebenslage heraus darf ein Christ oder eine Christin auf Gottes Gnade vertrauen.

    Können Angehörige eigene Wünsche für die Gestaltung der Beerdigungsfeier einbringen?

    Antwort: Ja, sie sind herzlich willkommen, das zu tun. Musik- und Textwünsche sollten aber dem christlichen Charakter der Feier nicht widersprechen. „Tears in Heaven“ wird in der Regel passen, „Highway to Hell“ eher nicht. Angehörige sollten ihre Wünsche mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer und dem Musiker, der für die Beerdigung zuständig ist, besprechen.

  • Diskussion

    Die Bestattungskultur in Deutschland ist im Wandel. Lange war die Erdbestattung, also die Beisetzung des Verstorbenen in einem Sarg, die häufigste Bestattungsform. Heute nehmen Feuerbestattungen, also das Verbrennen des Leichnams und die Beisetzung der Asche in einer Urne, stark zu. Auch Seebestattungen werden immer häufiger gewünscht. In einigen Bundesländern ist bereits der sogenannte Friedhofszwang aufgehoben, andere Bundesländer überlegen, dies ebenfalls zu tun. Friedhofszwang klingt nach Willkür. Gemeint ist aber, dass die Lebenden die Toten sich selbst überlassen sollen. Abgegrenzte Friedhöfe verdeutlichen: Die Toten gehören nicht den Lebendigen. Die Lebendigen müssen die Toten gehen lassen.

    Es gehört zur christlichen Tradition in Deutschland, den ganzen Körper des Verstorbenen zu beerdigen (Erdbestattung). Das soll die christliche Auferstehungsvorstellung bekräftigen, nach der der ganze Mensch wieder aufersteht und heil werden soll, nicht nur seine Seele.

    Für Pfarrerinnen und Pfarrer stehen die Wünsche der Verstorbenen und der Hinterbliebenen im Vordergrund, auch wenn sie sich für eine andere Bestattungsform als die Erdbestattung entscheiden. Eine Feuerbestattung widerspricht nicht dem Glauben an die leibliche Auferstehung. Entscheidend ist die Zusage, dass Gott neues Leben entstehen lassen kann.

    Allerdings werden die Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland in aller Regel auf einer Beisetzung an einem öffentlichen Ort bestehen, auch in den Bundesländern, in denen der Friedhofszwang aufgehoben ist. Der Grund: Jeder Mensch baut viele verschiedene Beziehungen in seinem Leben auf. Alle, die eine Beziehung zu dem Verstorbenen gehabt haben, sollen die Möglichkeit haben, Abschied zu nehmen, selbst dann, wenn sie sich mit den übrigen Angehörigen zerstritten haben. Anonyme Bestattungen sind ebenfalls möglich, auch wenn hier den Trauernden möglicherweise ein eindeutiger Ort für ihre Trauer fehlt.

  • Links