Israelsonntag

Im Kirchenjahr wird am 10. Sonntag nach Trinitatis der „Israelsonntag“ begangen. Dabei können in den Gottesdiensten zwei unterschiedliche Akzente gesetzt werden: Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird an diesem Tag der biblisch überlieferten Geschichte der Zerstörung Jerusalems gedacht. Im Zentrum steht dabei der Evangeliumstext aus Lukas 19,41-48 und eine Besinnung auf das Gerichtshandeln Gottes auch im eigenen Leben.

Angesichts des Missbrauchs dieses Tages in der Kirchengeschichte und der Schoah begann die Auseinandersetzung mit der Gestaltung des Israelsonntags. Durch eine Überarbeitung im Jahr 1978 wurde das heutige Miteinander von Christen und Juden zum zweiten Thema des Tages. Im „Evangelischen Gottesdienstbuches“ von 1999 (Agende) sind als Evangelium auch Markus 12,28-34 sowie als weitere Alternativtexte für den Sonntag Jes Sir 36,13-19; Joh 4,19-26; Röm 11,25-32 sowie Jer 7,1-11(12-15) aufgenommen worden.