Vaterunser

Das Vaterunser ist das wichtigste Gebet des Christentums.

Das Vaterunser ist das wichtigste Gebet des Christentums, weil Jesus es selbst seinen Jüngern beigebracht hat (Mt 6,9–13; Lk 11,2–4). Evangelische Christinnen und Christen beten das Vaterunser in jedem Gottesdienst. Für Martin Luther und viele andere Reformatoren gehörte es zu den wichtigsten Texten des christlichen Glaubens. Sie nahmen das Vaterunser in ihre Katechismen auf. Katechismen sind Bücher, die den christlichen Glauben erklären. Luther fand das Vaterunser auch deswegen besonders treffend, weil es die Nöte, also die Bedürfnisse von Menschen klar zusammenfasst.

Im Matthäusevangelium steht das Vaterunser in der Mitte der Bergpredigt, also an einer besonders wichtigen Stelle. Jesus leitet das Gebet mit den Worten ein: „Darum sollt ihr so beten …“ (Mt 6,9) Die heutige Form weicht etwas von dem biblischen Text ab, sie hat sich in der frühen Kirche herausgebildet.

In den allermeisten christlichen Kirchen wird das Vaterunser als Gebet verwendet, deswegen hat es eine große ökumenische Dimension, es verbindet Christinnen und Christen rund um den Erdball. Oft sind der Aufbau der einzelnen Bitten und der Sprachrhythmus ähnlich. Deswegen kann das Gebet auch in vielen Sprachen gleichzeitig gesprochen werden.

Weiterführende Inhalte und Links

  • Fragen

    Warum sollte man das Vaterunser auswendig können?

    Antwort: Das Vaterunser auswendig sprechen zu können hat zwei Vorteile: Man kann es leicht mitsprechen, wenn es in Andachten oder in Gottesdiensten gebetet wird. Außerdem ist es ein Gebet für viele Lebenslagen. Wenn einem die Worte fehlen, bietet das Vaterunser Sätze, die zu vielen Situationen passen und die eine jahrtausendlange Tradition haben. Milliarden von Menschen haben das Vaterunser schon gebetet.

    Warum heißt Gott Vater?

    Antwort: Jesus hat Gott mit dem Namen „Abba“ angesprochen. Das ist aramäisch für „Vater“. Es ist eine sehr persönliche Anrede. Die Botschaft: Wir sind Gottes Kinder, Gott sorgt für uns. Allerdings ist Gott nicht auf die Anrede „Vater“ festgelegt. Jeder ist frei, die Anrede zu ändern. Es gibt auch Stellen in der Bibel, in denen Gott mit einer Mutter verglichen wird (Jes 66,13).

  • Diskussion

    Der Text des Vaterunsers hat sich durch die Geschichte immer wieder leicht geändert. Daher kommt es auch, dass nicht alle das Vaterunser gleich sprechen. Der Satz am Ende, „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“, steht zum Beispiel nur im Matthäusevangelium und da auch nicht in den ältesten Handschriften. Deswegen wurde er lange nicht mitgesprochen. Dass das Gebet in vielen Kirchen mit „Vater unser“ anfängt, geht auf Martin Luther zurück. In seinem Katechismus hat er den Anfang so niedergeschrieben. Auch der lateinische Text beginnt in dieser Reihenfolge: pater noster. Viele reformierte Gemeinden beginnen umgekehrt mit „Unser Vater“. Einige Christinnen und Christen beten noch die Variante, die im Evangelischen Kirchengesangbuch stand (EKG), dem Vorgänger des heutigen Evangelischen Gesangbuchs (EG). Dort heißt es „also auch auf Erden“ statt „so auch auf Erden“, „wie wir vergeben“ statt „wie auch wir vergeben“ und „erlöse uns von dem Übel“ statt „erlöse uns von dem Bösen“.

  • Links