Wirkungsfelder

Verwendung der Mittel - Kirchliche Wirkungsfelder

Die evangelische Kirche begleitet Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen.
Sie bietet Orientierung und Gemeinschaft, fördert Bildung und übernimmt Verantwortung in sozialen und kulturellen Bereichen. Neben Gottesdiensten und Seelsorge vor Ort umfasst ihr Engagement u. a. Kinder- und Jugendarbeit, Familienbegleitung, Bildungs- und Kulturangebote sowie vielfältige diakonische Hilfen.
Dadurch wirkt sie über die Kirchengemeinden hinaus in die gesamte Gesellschaft hinein.

Sankey Diagramm Verwendung

Das obige Diagramm stellt die Verwendung der finanziellen Mittel in der evangelischen Kirche dar (Stand: 2014).

In Summe werden knapp 12,3 Mrd. Euro für die kirchliche Arbeit verwendet.
Hiervon entfallen etwa zwei Drittel der Aufwände auf die personalkostenintensiven kirchlichen Arbeitsfelder. Den größten Anteil an den Kosten hat dabei naturgemäß der Bereich Seelsorge, Verkündigung und allgemeine Gemeindearbeit mit 3,8 Mrd. Euro (im Diagramm die ersten fünf Rubriken rechts oben), gefolgt von der gemeindediakonischen Arbeit, zu der auch die evangelischen Kindertagesstätten zählen, mit 3,3 Mrd. Euro.

Es wird deutlich: Der Dienst der Kirche ist Dienst am Menschen, der einen großen Einsatz an haupt- und ehrenamtlicher Arbeits kraft erfordert.

 

Häufige Fragen

  • Wofür gibt die Kirche ihr Geld aus?

    Das Diagramm oben stellt die Verwendung der finanziellen Mittel grafisch dar.

    So entfallen etwa zwei Drittel der Aufwände auf die personalkostenintensiven kirchlichen Arbeitsfelder vor Ort. Es folgen die Kosten für Leitung und Verwaltung. Diese sind mit 9,1 Prozent an den Gesamtaufwänden im bundesweiten Vergleich zu anderen großen mitgliedsorientierten Organisationen relativ gering. Zu den Kernaufgaben der Kirchen gehören zweifellos auch die Pflege und Unterhaltung der zahlreichen Kirchengebäude. Dafür wendet die evangelische Kirche jährlich 1,2 Mrd. Euro auf. Insgesamt fließen so knapp 12,3 Mrd. Euro in die Arbeit der Kirche.

  • Was gehört zu den kirchlichen Arbeitsfeldern vor Ort?

    Hier sind besonders die vielfältigen Aufgaben der Kirchengemeinden zu nennen. Die dazugehörigen finanziellen Aufwände stehen für die Kosten der allgemeinen Gemeindearbeit. Das sind zum Beispiel Gottesdienste, Personalkosten für Pfarrer*innen, Aufwände für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und für andere zielgruppenbezogene Arbeit, die Finanzierung der Kirchenmusik aber auch Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel Gemeindebriefe. In Summe sind das 3,8 Mrd. Euro. Sichtbar wird die evangelische Kirche vor Ort auch durch ihren Einsatz für lebenslanges Lernen auf allen Ebenen – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen im hohen Alter.

    Als eine der größten Bildungsanbieterinnen übernimmt sie in der Gesellschaft und in ihren Kirchengemeinden Bildungsverantwortung als Trägerin von Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Akademien und Tagungsstätten und und bei Angeboten der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendbildungsarbeit. Zudem begleitet sie den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und setzt sich für die Religionslehrerfortbildung ein. Für Kindertagesstätten und Bildungsarbeit werden 3,6 Mrd. Euro aufgewendet, wobei die Kindertagesstätten grundsätzlich mischfinanziert sind. Das heißt, an ihrer Finanzierung beteiligen sich Bund, Länder, Kommunen und die Eltern selbst mit den Elternbeiträgen. Aber auch die Kirchen tragen einen Teil zur Finanzierung der evangelischen Kindertagesstätten bei. Die evangelische Kirche wird auch durch die gemeindediakonische Arbeit vor Ort sichtbar. Die finanziellen Aufwände hierzu stehen in den Rubriken Unterstützung diakonischer Arbeit, Ökumene, Weltmission und Entwicklungshilfe. Hierfür werden 0,6 Mrd. Euro aufgewendet.

    Hier finden Sie eine Übersicht über die Wirkungsfelder.

    Unter Statistik finden sich Zahlen zu den verschiedenen Arbeitsbereichen.

  • Was bedeuten die Ebenen Kirchengemeinden – Kirchenkreise – Landeskirchen – EKD?

    Evangelische Kirche ist „Kirche zum Mitmachen“. Hier werden alle gebraucht. Das spiegelt sich auf allen Ebenen von Kirchengemeinden über Kirchenkreise und Landeskirchen bis hin zu den gliedkirchlichen Zusammenschlüssen wider. Die Ebenen haben verschiedene Aufgaben, die gemeinsam das gesamte Spektrum kirchlicher Arbeit abbilden.

    In etwa 13.000 Kirchengemeinden wird Glaube gelebt und sichtbar. Über den Sonntagsgottesdienst hinaus sind sie Treffpunkt im Alltag und Ausgangspunkt vielfältiger Aktivitäten und persönlichen Engagements für unsere Gesellschaft. Das ist die Basis der evangelischen Kirche. 

    Kirchenkreise (teilweise auch Dekanate genannt) sind regionale Zusammenschlüsse mehrerer Kirchengemeinden. Die Kirchenkreise nehmen zum einen Verwaltungsaufgaben für ihre Kirchengemeinden wahr. Zum anderen ist bei ihnen die geistliche Leitung für ihr Gebiet angesiedelt. Auch andere übergemeindliche Aufgaben werden von ihnen wahrgenommen, wie z. B. Kreisjugenddienste, aber auch die seelsorgerliche Betreuung von Krankenhäusern etc. Die Kirchengemeinden und Kirchenkreise wiederum gehören zu 20 verschiedenen Landeskirchen. Bis auf die Evangelisch-reformierte Kirche, die im Gegensatz zu den übrigen Landeskirchen ihre Kirchengemeinden in mehreren Regionen hat, sind alle sogenannte Territorialkirchen. Ihre Grenzen sind historisch entstanden und weichen zum Teil erheblich von den Grenzen der Bundesländer ab. 

    Die Aufgabe der Landeskirchen besteht darin, die Kirchengemeinden bei ihrer Arbeit vor Ort zu unterstützen und übergreifende Tätigkeiten wahrzunehmen. Geleitet wird jede Landeskirche von ihrer Synode, durch sie gewählten Theologinnen und Theologen (meist mit der Amtsbezeichnung Bischof/Bischöfin), Landeskirchenämtern (bzw. Oberkirchenräten, Konsistorien) und weiteren Leitungsgremien. Synoden bestehen aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden und treffen für die Landeskirche Entscheidungen zu allen Gebieten kirchlichen Lebens. Die Landeskirchen sind somit verantwortlich für Regelungen und Gesetze ihrer Einrichtungen, den Bereich kirchlicher Ausbildung sowie die zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei tragen sie die Verantwortung für die Kirchengebäude, die Verteilung der finanziellen Mittel an die verschiedenen Einrichtungen und sind gleichzeitig Dienstgeber für kirchliche Beamte sowie Pfarrerinnen und Pfarrer. 

    Die EKD unterstützt die Landeskirchen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und nimmt gesamtkirchliche Aufgaben wahr. Sie fördert Aktivitäten, die für die gesamte evangelische Kirche wichtig sind, wie z. B. Diakonie, Mission, Bildung und die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen. Und die EKD nimmt auf Grundlage des Evangeliums öffentlich Stellung zu den gesellschaftlichen Debatten der Gegenwart.

    Hier finden Sie eine Übersicht über den Aufbau der evangelischen Kirche.

  • Was machen eigentlich Kirchengemeinden? Und was kostet das?

    Die von den Kirchengemeinden wahrgenommenen Aufgaben sind sehr vielfältig.

    Die Gottesdienste – jeden Sonntag mit rund 459.000 Feiernden – sind natürlich ein sehr wesentlicher Teil des Gemeindelebens. In Gottesdiensten oder Andachten finden in der Regel auch die sogenannten Amtshandlungen einen passenden Rahmen. So haben die Gemeindemitglieder die Möglichkeit, Stationen ihres Lebens – Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen – miteinander zu feiern. Die Gemeinschaft ist ebenfalls eine wichtige Basis für eine Vielzahl von regelmäßigen Kreisen und Veranstaltungen, die Menschen in die Gemeindehäuser und Kirchen ziehen. Etwa 995.000 besuchen regelmäßig einen der gut 92.000 Kreise, die deutschlandweit von den Kirchengemeinden angeboten werden. Besonders beliebt sind das gemeinsame Singen und Musizieren in den Kirchen- und Posaunenchören, ebenso die geselligen Seniorenclubs und Frauentreffen. Viele Gemeinden laden auch zu Bibelkreisen oder theologischen Gesprächsgruppen ein.

    Neben den ständigen Kreisen stehen zahlreiche offene Veranstaltungen und Seminare im Terminkalender der Kirchengemeinden. Chor-, Bläser- oder Orgelkonzerte werden besonders häufig angeboten und finden ihr Publikum: Jährlich rund 53.000 Musikveranstaltungen locken 4,8 Millionen Menschen außerhalb der Gottesdienste in die Kirchen. Auf reges Interesse stoßen auch Veranstaltungen zu theologischen Fragen und Bibelwochen. Großen Anklang finden ebenso die Gruppen für Kinder und Jugendliche: Regelmäßig kommen rund 270.000 zu den Treffen des Nachwuchses der Gemeinden. Sehr erfolgreich sind außerdem die Kinderbibelwochen, bei denen alle den Glauben kreativ und spielerisch kennenlernen – etwa 142.000 kleine Gäste sind dabei. Mehr als dreimal so viele junge Menschen nehmen an thematischen Kinder- und Jugendprojekten, Aktionstagen und schulbezogenen kirchlichen Angeboten teil.

    Der finanzielle Aufwand für die beschriebenen Bereiche Seelsorge, Verkündigung und allgemeine Gemeindearbeit lag 2014 bei insgesamt 3,8 Milliarden Euro.

    Hier finden Sie weitere Informationen rund um die Mittelverwendung für Gottesdienste und Lebensbegleitung.

    Außerdem informieren wir über Statistiken zu Gottesdiensten und Veranstaltungen des Gemeindelebens.

  • Evangelische Kindertagesstätten – ein Angebot für alle?

    Evangelische Kindertagesstätten gehören zu den Einrichtungen und Diensten der evangelischen Kirche, die Angebote für alle Bürger machen. So kommen das Tun und die Erträge der Kirche der gesamten Gesellschaft zugute. Dabei ist die evangelische Kirche einer der größten Träger von Kindertagesstätten in Deutschland. Sie nimmt für den Staat gesellschaftliche Aufgaben wahr und erhält dafür Zuwendungen aus öffentlichen Kassen wie jeder andere freie Träger auch. Insbesondere in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Seelsorge, Jugendarbeit, Bildung und Kultur unterhält die evangelische Kirche zahlreiche Einrichtungen. Nicht selten zählen diese zu den begehrtesten der jeweiligen Region.

    Hier finden Sie weitere Informationen zur Verwendung für Familie, Kinder und Jugend. 

     

  • Was hat Bildungsarbeit mit evangelischer Kirche zu tun?

    Die evangelische Kirche übernimmt in der Gesellschaft und in ihren Kirchengemeinden Bildungsverantwortung als Trägerin von Schulen, Hochschulen, Akademien und Tagungsstätten sowie von Angeboten der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendbildungsarbeit. Sie begleitet den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und setzt sich für die Religionslehrerfortbildung ein. Dabei bedeutet „evangelisch bilden“, dass der einzelne Mensch um Gottes willen im Mittelpunkt steht. Es geht darum, Menschen in jedem Lebensalter im Horizont der christlichen Tradition und neuester Erkenntnisse zu fördern. Daher ist evangelische Bildungsarbeit weltoffen positioniert und immer gesprächsbereit. Finanziell hatte die Bildungsarbeit 2014 ein Volumen von 746 Mio. Euro.

    Hier finden Sie weitere Informationen zur Verwendung für Bildung und Erziehung. 

    Aktuelle Statistiken zum Thema gibt es hier.

  • Was ist nötig, damit Kirchen und andere Gebäude der evangelischen Kirche genutzt werden können?

    Für ihre vielfältige Arbeit benötigt die evangelische Kirche eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäude. Mehr als 74.000 Kindergärten, Pfarrhäuser, Kirchen, Kapellen und andere Gebäude stehen dafür zur Verfügung. Erhaltung, Sanierung und Betrieb beanspruchen erhebliche Aufmerksamkeit. Von den rund 20.000 Kirchen und Kapellen stehen fast 17.000 unter Denkmalschutz. Der Aufwand für deren Unterhalt ist beträchtlich. Gerade in den östlichen Landeskirchen gibt es bei einem besonders reichen Bestand an sanierungsbedürftigen Baudenkmälern große Anstrengungen um deren Erhalt. Der Wert dieser Gebäude ist nicht bezifferbar: Einerseits wird im kirchlichen Bereich überwiegend nicht bilanziert, andererseits haben Kirchengebäude in der Regel keinen realen Handelswert, verursachen aber hohe Kosten. Für die Unterhaltung, den Betrieb und die Bildung von Rücklagen für die künftige Substanzerhaltung wurden im Jahr 2014 insgesamt rund 1,2 Mrd. Euro verwendet.

    Kirchensteuer-wirkt bietet Detailinformationen rund um den Gebäudeunterhalt.

    Aktuelle Statistiken liefern Zahlen insbesondere zu Kirchen und Gottesdienststätten.

  • Wer bildet das bunte Team „Kirche“?

    Jugendmitarbeiter*innen, Küster*innen, Kirchenmusiker*innen, Bürokräfte, das Personal von Kindertagesstätten und andere Berufsgruppen: Gemeinsam mit den Pfarrer*innen bilden sie in den Kirchengemeinden ein buntes Team. Zentrale Aufgaben sind meist in überörtlichen kirchlichen Verwaltungsstellen (z. B. Kreiskirchenämtern, Landeskirchenämtern) zusammengefasst. Schließlich gibt es noch gut 6.100 Theolog*innen, die ein Funktionspfarramt (z. T. zusätzlich zum Gemeindepfarramt) im Schuldienst, in der Krankenhaus- oder Anstaltsseelsorge, in den verschiedenen Ämtern der Gliedkirchen oder an anderen Stellen außerhalb der Gemeinden versehen. Engagierte Menschen arbeiten so für viele andere Menschen.

    Hier informieren wir über das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt.

  • Was kostet das kirchliche Personal?

    Kirche wird durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrnehmbar. Dieses führt zu einem hohen Personalkostenanteil von 62 Prozent am Finanzvolumen. Im Jahr 2014 sind für etwa 21.000 Pfarrerinnen und Pfarrer und für weitere 209.000 Mitarbeitende, die weitestgehend in den Kirchengemeinden tätig sind, 7,6 Mrd. Euro Personalkosten entstanden. In diesen Kosten sind auch Rückstellungen für Renten- und Ruhegehälter sowie direkt von den Kirchen geleistete Ruhegehaltszahlungen an bereits Pensionierte, Beihilfen und Unterstützungen in Höhe von 482 Mio. Euro enthalten. Kostensteigerungen z. B. durch Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst stehen nicht zwingend entsprechend steigende Erträge aus Kirchensteuern gegenüber. Da allein als Folge der demografischen Entwicklung die Zahl der kirchensteuerzahlenden Kirchenmitglieder mittel- bis langfristig deutlich sinken wird, muss die Planung von Personal und dessen Finanzierung sehr vorausschauend erfolgen. Nur so ist es möglich, der Verantwortung gerecht zu werden und kirchliches Personal auch langfristig zu binden.

  • Welche Rolle spielt das Ehrenamt für die evangelische Kirche?

    Dem Ehrenamt kommt innerhalb der kirchlichen Gemeinde eine zentrale Rolle zu. Die tatkräftige Unterstützung von rund 880.000 Menschen (in 2023) umfasst vielfältige Aufgaben: von Gemeindeleitung und Besuchsdiensten über Redaktion des Gemeindeblattes, Gruppen- und Kreisarbeit bis hin zur Mitgestaltung von Freizeiten.

    Hier finden Sie Statistiken zu Haupt- und Ehrenamt. 

    Dieser Artikel informiert über ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde und den ersten deutschlandweiten Ehrentag im Mai 2026. 

    Kirchensteuer-wirkt.de gibt tiefergehende Informationen zum Zusammenspiel von Verwaltung & Ehrenamt.

Cover Werte mit Wirkung

Werte mit Wirkung

Einblicke in die Finanzstatistik der evangelischen Kirche

Stand: Dezember 2017

Dieses Heft vermittelt statistische Informationen über die Finanzmittelherkunft und -verwendung der evangelischen Kirchen in Deutschland. Zum besseren Verständnis werden in diesem Zusammenhang auch organisatorische Zusammenhänge innerhalb der evangelischen Kirche und im Verhältnis der Kirche zu Diakonie und Staat erläutert.

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