Nachhaltig durch das Kirchenjahr

Materialien für Andachten und Gottesdienste zu den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030

Internationaler Ernährungstag 16.10. – Nachhaltigkeitsziel 2

Gottesdienst zum Thema: Wem gehört das Land? Nabots Weinberg – ein alttestamentlicher Krimi um Land

Gottesdienstablauf

Vorspiel

Votum und Begrüßung

Dies ist der Tag, den Gott gemacht, lasst uns fröhlich sein und uns an ihm freuen.

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied 
Lobet den Herren, EG 316, 1-3 

Psalm 104, EG 743

Gesungen: Ehre sei dem Vater und dem Sohn …

Eingangsgebet und Stilles Gebet
Barmherziger Gott, wir danken dir für diesen neuen Tag – Zeichen deiner Güte. 
Wir danken dir für die Gemeinschaft, die du uns schenkst.
Wir danken dir für die Schöpfung, die uns leben lässt und mit Schönheit umgibt.
Wir bitten dich:
Bring du unsere Gedanken zur Ruhe.
Lass unser Herz stille werden.
Lass unsere Sorgen, unsere Ängste und unsere Wünsche beiseite treten.
Öffne du unsere Augen, dass sie sehen die Wunder, die du uns schenkst.
In der Stille bringen wir unsere Gedanken zu dir:

Schriftlesung 
Matthäus 5, 17-20: Die Erfüllung des Gesetzes

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 

Bible Lecture: 
Matthew 5, 17-20 Christ Came to Fulfill the Law 

17 Do not think that I have come to abolish the Law or the Prophets; I have not come to abolish them but to fulfill them.

18 For truly, I say to you, until heaven and earth pass away, not an iota, not a dot, will pass from the Law until all is accomplished. 

19 Therefore whoever relaxes one of the least of these commandments and teaches others to do the same will be called least in the kingdom of heaven, but whoever does them and teaches them will be called great in the kingdom of heaven. 20 For I tell you, unless your righteousness exceeds that of the scribes and Pharisees, you will never enter the kingdom of heaven. 

Lied 
Gott des Himmels und der Erden, EG 445, 1,2,5 

Zwischenruf

A:    Wem gehört eigentlich das Land?

B:    „Die Erde ist des Herrn!“ – heißt es in Psalm 24.

A:    Doch was heißt das?

B:    Die Natur. Alle Ressourcen. Wasser, Luft, 
Wolken. Alles gehört Gott.

A:    Gilt bei uns hier in ....... nicht: Wer zahlt, der 
besitzt? Ob Bauplatz, Garten oder Acker?

B:    Stimmt! Doch wem gehört das Land, wenn 
Bodenschätze gefunden werden?

A:    In vielen Ländern Afrikas kennen die Menschen kein Grundbuch. Sie haben den Boden von 
ihren Vorfahren bekommen. Von Generation zu Generation wird er weitergegeben. 

B:    Doch warum kauft China heute Ackerflächen in Afrika?

A:    Warum kauft Benetton einen See in 
Argentinien?

B:    Warum werden 3.000 Kleinbauern in Uganda von ihrem Land vertrieben für eine Kaffeeplantage des Kaffeerösters Neumann aus Hamburg?

A:    Die Erde ist des Herrn! 

B:    Die Erde denen, die sie bebauen und bewahren und von ihren Gütern leben.

A:    Gilt das auch für Nabot?

Interview mit einem Gast aus dem Ausland

1.    Sie kommen aus ....... Streitet man in Ihrem Heimatland viel über Landfragen?

2.    Was bedeutet für Sie persönlich „Die Erde ist des Herrn“?

3.    Es geht nachher in der Predigt um einen Weinbergbesitzer. Wer bekommt traditionell in Ihrem Heimatland das Land einer Familie vererbt?

Lied 
Bani ngyeti Ba Yawe

Predigt: Wem gehört das Land?

Die Geschichte von Nabots Weinberg (1. Könige 21)

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.

Liebe Gemeinde, 

ist Ihnen Nabot schon einmal begegnet? Kennen Sie Menschen, die Ihnen erklärten, dies hier kann ich nicht hergeben, das habe ich von meinem Vater bekommen und der hat’s auch von seinem Vater bekommen und der wiederum von meinem Urgroßvater. Das hat so eine lange Geschichte, dass ich es behalten muss. Komme, was wolle. Auch wenn es absurd ist. „Hier stehe ich und kann nicht anders.“

Mir ist Nabot schon einmal begegnet. Es war vor etlichen Jahren, da trat ein knorriger, schmächtiger Bauer in Chilamatal, einem kleinen Bauerndorf in El Salvador, vor ein Publikum aus Bauernfamilien. Er hatte sich ein provisorisches langes Gewand umgelegt. Er spielte den echten Nabot aus der biblischen Geschichte. Und nicht nur er, sondern eine ganze Gruppe aus diesen Bauernfamilien spielten die Geschichte von Ahab, Nabot und Isebel aus dem Buch der Könige im Alten Testament. 

Der Bauer José Rodriguez stand da und rief in die Menge: „Man hat uns von unserem Land vertrieben. Man hat uns unsere Maisfelder genommen. Man hat uns fortgeschickt von dem Land, auf dem wir seit Jahrhunderten Mais und rote Bohnen für unsere Familien anbauen. Von was sollen wir denn nun leben?“

Sein Schauspiel wirkt echt. Er ist kein guter Schauspieler. Er tut nichts anderes, als sich selbst zu spielen. Als die Wut herauszulassen über die Armut, in der er lebt, und das Unrecht, das ihnen den Zugang zu Land verweigert. 

Das Buch der Könige im Alten Testament hat uns eine Geschichte hinterlassen, die so aktuell ist wie die Geschichte von José Rodriguez. 

Es ist ein Krimi. Dieser Krimi stellt die alles entscheidende Frage: Wem gehört eigentlich das Land, von dem Menschen weltweit leben? Wer nimmt es sich? Darf man Land einfach nehmen? Ein Thema, an das jedes Jahr am 16. Oktober, am Internationalen Tag der Welternährung, an vielen Orten dieser Welt erinnert wird.

Die Geschichte in 1. Könige 21 beginnt harmlos: 

Nabot, ein Jesreeliter, hatte einen Weinberg in Jesreel, bei dem Palast Ahabs, des Königs von Samaria. 

2 Und Ahab, der König, redete mit Nabot und sprach: Gib mir deinen Weinberg; ich will mir einen Kohlgarten daraus machen. Er liegt so nahe an meinem Haus. Ich will dir einen besseren Weinberg dafür geben oder, wenn dir‘s gefällt, will ich dir Silber dafür geben, soviel er wert ist. 

Ein feines Angebot. „Soviel er wert ist.“ Ersatzland oder Silber. Du hast die freie Wahl. Der mächtige König Ahab begehrt etwas zu haben, was er nicht hat. Den Weinberg vor seiner Haustür.

So wie heute die großen Handy-Hersteller Samsung, Apple, Nokia und all die anderen das Coltan begehren, einen Rohstoff, ohne den kein Handy funktioniert. Es gibt ihn nicht in Baden-Württemberg, nicht in Europa, nicht in Korea oder in den USA, nein, nur in afrikanischen Ländern, vor allem im Kongo, dem Hauptexporteur von Coltan. Gib mir, was ich nicht habe. Täglich steht davon etwas in unseren Zeitungen.

3 Aber Nabot, der Weinbergbesitzer, sprach zum König Ahab: Niemals gebe ich dir das Erbe meiner Väter. Gott bewahre.

Nabot, der Bauer, der von Kindheit an im Weinberg geholfen hat, die Reben geschnitten, die Trauben in ihrem Wachstum gepflegt und voller Freude jedes Jahr geerntet hat. Er weiß, dass das Erbe der Väter heilig ist. Dass das Land und das Stück Boden nicht veräußert werden dürfen. Es ist das einzige, was Kinder und Kindeskindern in den damaligen Zeiten wie auch heute an vielen Orten der Welt eine Zukunft schenkt.

4 Da kam Ahab heim voller Unmut und zornig um des Wortes willen, das Nabot, der Jesreeliter, zu ihm gesagt hatte: „Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben.“ Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz ab und aß nicht. 

Das zornige Kind bekommt nicht, was es haben möchte. Der Herrscher ist sauer. So wie der Agrarriese Monsanto sauer war, als die Regierung von El Salvador beschloss, dass sein teures Hybrid-Saatgut für Maispflanzen nicht mehr in dieses kleine mittelamerikanische Land eingeführt werden darf, da man es nur einmal aussäen kann.

Nicht essen, das ist die trotzige Antwort Ahabs, des mächtigen und doch machtlosen Königs. In der Sackgasse seiner Macht springt ihm jemand zur Seite. 

5 Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und redete mit ihm: Was ist, dass dein Geist so voller Unmut ist und dass du nicht isst? 

6 Ahab sprach zu Isebel: Ich habe mit Nabot geredet und gesagt: Gib mir deinen Weinberg für Geld. Oder, wenn es dir lieber ist, will ich dir einen andern dafür geben. Er aber sprach: Ich will dir meinen Weinberg nicht geben. 

7 Da sprach seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch König über Israel! Steh auf und iss und sei guten Mutes! Ich werde dir den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, verschaffen.

Isebel stellt die Machtfrage. „Wer hat hier das Sagen? Wer ist König in diesem Land? Wer kann über alle Gesetze bestimmen?“ 

Isebel, die Schlaue, eine phönizische Prinzessin, die im 9. Jh. vor Christi lebte, nimmt das Ruder in die Hand. Sie, die starke Frau hinter dem schwächelnden Mann, sieht ihre Stunde gekommen, um sich in die
Angelegenheit trickreich einzumischen. 

Von ihr heißt es weiter in 1. Könige 21:

8 Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und versiegelte sie mit seinem Siegel und sandte sie zu den Ältesten und Oberen, die mit Nabot in seiner Stadt wohnten. 

9 Und schrieb in den Briefen: Lasst ein Fasten ausrufen und setzt Nabot obenan im Volk 

10 und stellt ihm zwei ruchlose Männer gegenüber, die da zeugen und sprechen: Du hast Gott und den König gelästert! Und führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er stirbt. 

Isebel greift zu allen Mitteln. Nichts, aber auch gar nichts ist für sie tabu. Der Zweck heiligt ihre Mittel. Falschaussagen gegen Nabot einkaufen bei zwei skrupellosen Männern. Unterstellungen öffentlich machen: „Er hat Gott gelästert.“ Seine Ermordung beauftragen. 

Nabot wird kriminalisiert. Ihm wird etwas vorgeworfen, das er nie getan hat. So wie Mesale Tolu. Die 32-jährige Journalistin aus Ulm war fünf Monate in der Türkei in Untersuchungshaft zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn. Ihr wurde etwas unterstellt, was sie nie getan hat.

11 Und die Ältesten und Oberen, die mit Nabot in seiner Stadt wohnten, taten, wie ihnen Isebel geboten hatte, wie sie in den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte, 

12 und sie ließen ein Fasten ausrufen und ließen Nabot obenan im Volk sitzen. 

13 Da kamen die zwei ruchlosen Männer und stellten sich ihm gegenüber und verklagten Nabot vor dem Volk und sprachen: Nabot hat Gott und den König gelästert! Da führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, dass er starb. 

14 Und sie sandten zu Isebel und ließen ihr sagen: Nabot ist gesteinigt und tot.
Der Frau an seiner Seite gelingt, was der König nicht schafft: Sie greift zur Macht. Sie nimmt sich die Macht und sie übt Gewalt aus gegen alles geltende Recht. Sie lässt morden, um ihre Ziele zu erreichen.

15 Als aber Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt und tot war, sprach sie zu Ahab: Steh auf und nimm in Besitz den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben; denn Nabot lebt nicht mehr, sondern ist tot. 

16 Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, stand er auf, um hinabzugehen zum Weinberge Nabots, des Jesreeliters, und ihn in Besitz zu nehmen.

Ahab zeigt sich scheinbar regungslos angesichts der Geschehnisse. Er geht hinüber, sieht die Pracht des Weinbergs, die Schönheit der Reben, entstanden durch der Hände Arbeit von Nabot und seiner Familie. Was für
Ahab in diesem Moment zu zählen scheint, sind die geschaffenen Fakten. Der Weinberg wechselt den Besitzer. Ahab bekommt, was er begehrt. Er nimmt ohne weitere Bedenken die wohlmeinenden Dienste seiner Frau entgegen. 

Bis hierher geht die eigentlich Tat. Bis hierher spinnt Isebel ihre Fäden, agiert im Hintergrund. Doch nun greift Gott ein in die Geschichte von Nabot, Ahab und Isebel. Gott stellt sich auf die Seite des Opfers von Gewalt, macht sich zum Anwalt des Rechts und der Gerechtigkeit. Er schickt den Propheten Elia, um sein Wort und sein scharfes Urteil zu verkünden: 

17 Aber das Wort des HERRN kam zu Elia, dem Tischbiter: 

18 Mach dich auf und geh hinab Ahab, dem König von Israel zu Samaria, entgegen – siehe, er ist im Weinberge Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen – 

19 und rede mit ihm und sprich: So spricht der HERR: Du hast gemordet, dazu auch fremdes Erbe geraubt! An der Stätte, wo Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen Hunde auch dein Blut lecken. 

20 Und Ahab sprach zu Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er aber sprach: Ja, ich habe dich gefunden, weil du dich verkauft hast, Unrecht zu tun vor dem HERRN. 

21 Siehe, ich will Unheil über dich bringen und dich vertilgen samt deinen Nachkommen und will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel (….)

23 Und auch über Isebel hat der HERR geredet und gesprochen: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer Jesreels. 

Gott spricht Gericht über das begangene Unrecht. Ahab – obwohl er passiv blieb, wird schuldig gesprochen. Wir Menschen können auch durch Nichtstun schuldig werden.

Für José Rodriguez aus Chilamatal stellt sich Gott auf die Seite all jener, die von ihrem Land vertrieben wurden. Und deshalb hat das Theaterstück in dieser Bauernrunde auch einen zweiten Teil. Er erzählt von der Rückkehr auf das Land. Die Gesetze der Agrarreform in El Salvador erlauben diese Rückkehr auf die Ländereien. Land von Großgrundbesitzern, das jahrelang brachliegt, fällt nach einer gewissen Zeit den Kleinbauern und Landlosen zu, um die Ernährung ihrer Familien zu sichern. Denn das Recht, sich selbst zu ernähren, ist ein Menschenrecht. Hoffnungsfroh endet die Geschichte in Chilamatal.

Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Auf dem Weg nach Kumasi, einer Landgemeinde im Südosten von Ghana, sieht man viele Gegenden mit zerklüfteter Landschaft wie riesige Maulwurfhügel. Verlassene Goldminen multinationaler Konzerne. Das Ackerland ist kaputt, die Firmen sind abgezogen, die Gewinne längst im Ausland. 

Partnerkirchen in Deutschland wollen helfen, das Land zu renaturieren. Es soll ein Ende damit haben, dass die Menschen in den verlassenen Minenschächten weiter nach Gold graben und immer wieder Kinder und Jugendliche in den tiefen Gräben umkommen, weil die Zugänge nicht gesichert sind. 

Was Elia hier in unserer biblischen Geschichte verkündet, ist eine klare Botschaft: „Nachala“, das geerbte Land der Familie, bleibt immer im Besitz der Familie. Niemand kann es auf legale Weise wegnehmen.

Landraub findet in vielen Ländern heutzutage statt. Große Konzerne kaufen Ländereien von Regierungen auf trotz der Kleinbauernfamilien, die dort leben und ihre Felder bebauen. 

Für die Bauernfamilien in Chilamatal ist es eine große Ermutigung, dass Gott sich auf die Seite der Bauern stellt. Sie haben die Geschichte fortgeschrieben. Sie endet im zweiten Teil mit der Rückkehr auf das Land und Wiedergutmachung.

Die Stimme Elias, die Stimme des Rufers in der Wüste, die nach Gerechtigkeit ruft und nach Recht für die Rechtlosen, ist bis heute zu hören.

Viele dieser Stimmen schöpfen Kraft aus ihrem Glauben. Sie setzen sich ein, auch wo wenig Hoffnung auf Erfolg ist. Sie sind stark, diese Stimmen – damals wie heute. 

Als Christen sind wir miteinander verbunden. Sind ein Leib in Christus. Wir stärken uns. Wir helfen ganz praktisch, indem wir uns für diese Menschen einsetzen oder indem wir ihre Menschenrechtsarbeit durch Spenden unterstützen. 

Manchmal reichen Briefe, die den Verantwortlichen zeigen: Was in eurem Land geschieht, bleibt nicht verborgen. Wir hören es. Wir bringen es ans Licht. 

Die Bauern in Chilamatal bezeichnen sich selbst als Compañeros. Da stecken das lateinische „cum“ (mit) und „panis“ (Brot) drin. Der Kumpel, mit dem ich das Brot teile. Mit jedem Abendmahl in unseren Kirchen erinnern wir uns an die Compañeros und Compañeras in dieser Welt in Afrika, Asien, Lateinamerika, im Pazifik und im Nahen Osten, die unsere Gebete brauchen, unsere Solidarität und unser Mitgefühl.

Würde heute Ahab erfahren, wie sich Menschen weltweit einsetzen, wenn ein Bergbauprojekt, eine Goldmine oder ein Staudamm die Lebensgrundlage von Tausenden von Kleinbauern bedroht, er würde sich gewiss wieder zornig und voller Gram aufs Bett legen, sein Antlitz abwenden und nichts essen. Und Isebel, seine Frau? Vielleicht würde sie den Kopf schütteln und laut ausrufen: „Und du willst ein König sein!“ 

Gott ist die Stimme der Gerechtigkeit. Die Hoffnung für all jene, die ihrer Rechte beraubt werden. 

Möge diese Stimme immer wieder laut zu hören sein. Heute und in Ewigkeit. Amen.

Lied 
Wohl denen, die da wandeln, EG 295, 1,2

Fürbitten und Vaterunser 
Wir erheben uns zur Fürbitte:

Zwischen den einzelnen Fürbitten stimmen wir ein in den Liedruf „Jesu Tawa Pano“ (siehe unten).

1.    Barmherziger Gott, 
du hast uns geschaffen und uns zu deinem Volk berufen aus allen Teilen der Erde.
Wir bitten dich für das Miteinander in dieser Gemeinde und in unserer Gesellschaft.
Lass uns Wege zueinander finden, wo Menschen sich einsam fühlen und vergessen. Wir rufen zu dir: 

2.    Barmherziger Gott, 
wir bitten dich für all jene, die Entscheidungen treffen in der Wirtschaft und in der Politik. Lass sie nicht vergessen, dass das Land allen gehört. Lass sie Ohren haben für das Leid der Kleinbauern-Familien rund um diesen Globus. Lass sie nicht vergessen, dass die Erde dein ist und du uns rufst, sie zu bewahren und deine Geschöpfe zu achten. Wir rufen zu dir: 

3.    Barmherziger Gott, 
wir bitten dich für die Bäuerinnen und Bauern hier bei uns, die um ihre Existenz bangen. Lass uns den Wert ihrer Hände Arbeit schätzen. Leite sie in ihren Entscheidungen für die bäuerliche Landwirtschaft und die Bewahrung deiner Schöpfung. Wir rufen zu dir:

4.    Barmherziger Gott, 
wir bitten dich für die Menschen, die sich einsetzen für Geschwister und Partnerkirchen in anderen Kontinenten. Schenke ihnen Freude an ihrem Ehrenamt und Kraft für ihren Dienst. Lass uns wachsam bleiben für die Not anderer. Wir bitten dich heute besonders für die Menschen in ........... und ....... Wir rufen zu dir: 
Gemeinsam beten wir mit den Worten, die uns mit allen Christinnen und Christen in dieser Welt verbinden. Vater unser ...

Lied
Jesu tawa pano

Bekanntgaben

Lied 
Bewahre uns Gott, EG 171, 1-3 

Segen
Geht in diesen Tag mit dem Segen Gottes: 
Gott segne dich und behüte dich. 
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Orgelnachspiel


Autorin
Prälaturpfarrerin Heike Bosien, Geschäftsführerin des Dienstes für Mission, Ökumene und Entwicklung (DiMOE) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Mitglied der Kammer für Weltweite Ökumene der Evangelischen Kirche in Deutschland; Stuttgart.

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